Bürgermeister stellt sich wütenden Anwohnern in Wittgensdorf: "Ich komme gar nicht mehr hinterher"

Chemnitz - Strömender Regen, wütende Anwohner und mittendrin ein Bürgermeister in Erklärungsnot: Die Vollsperrung der Oberen Hauptstraße sorgt in Chemnitz-Wittgensdorf für reichlich Unmut. Am Mittwochnachmittag stand Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) vor Ort Rede und Antwort.

Chemnitzer Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos, v.) stellte sich am Mittwochnachmittag den wütenden Anwohnern der Oberen Hauptstraße.  © Sven Gleisberg

Rund um Kütter drängten sich die Anwohner unter ihren Schirmen, immer wieder wurde dazwischen gerufen. Der Unmut hatte sich bereits zuvor in einer Petition entladen: Karsten Neddermeyer (39) sammelte binnen Stunden rund 800 Unterschriften. Kütter reagierte und stellte sich kurzfristig den Betroffenen.

"Wir sind am Anfang davon ausgegangen, dass wir die Arbeiten mit einer halbseitigen Sperrung durchführen können", erklärte er. Im Laufe der Planung habe sich jedoch herausgestellt, dass dafür nicht genügend Platz vorhanden sei. "Auch der Zustand der Stützmauer ist schlechter, als anfangs gehofft."

Für die Anwohner ist das nur schwer nachvollziehbar. Sie müssen erhebliche Umwege und damit mehr Zeit und höheren Spritverbrauch in Kauf nehmen.

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"Ohne Nachbarschaftshilfe wüsste ich nicht, wie meine Kinder in die Schule kommen sollen", konfrontierte eine Anwohnerin den Bürgermeister.

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Karsten Neddermeyer (39) sammelte mit seiner Petition bereits rund 800 Unterschriften.  © Sven Gleisberg

Baubürgermeister Thomas Kütter übernimmt Verantwortung: "Ich bin der, der dafür gerade stehen muss"

Anfangs sollte die Straße nur halbseitig gesperrt werden. Doch dafür sei laut Thomas Kütter (50, parteilos) zu wenig Platz gewesen.  © Sven Gleisberg

Fehlende Durchfahrt für die Feuerwehr, Probleme bei der Müllabfuhr und vor allem die mangelnde Information im Vorfeld: Die Liste der Beschwerden wurde immer länger. Selbst Kütter räumte schließlich ein: "Ich komme gar nicht mehr hinterher."

Gleichzeitig übernahm der Baubürgermeister Verantwortung für die entstandenen Probleme: "Ich bin der, der dafür gerade stehen muss. Ich will aber auch schauen, wo es intern Probleme gab." Eine schnelle Lösung konnte er den Anwohnern dennoch nicht präsentieren.

Im Gespräch ist inzwischen vor allem eine mögliche Umleitung über einen Privatweg. Kütter: "Wir sind dabei, mit den Anliegern zu verhandeln."

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Parallel dazu stehe die Stadt mit der Baufirma im Austausch. Dabei soll geprüft werden, welche Möglichkeiten es bereits vor einer möglichen Einigung mit den Anliegern gibt.

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