Michael Leutert tritt zurück und rechnet mit den Linken ab

Chemnitz - Bundestagsabgeordneter Michael Leutert (46, Linke) legt am Mittwoch überraschend sein Mandat nieder.

Bundestagsabgeordneter Michael Leutert (46, Linke) beendet seine Karriere im Bundestag.
Bundestagsabgeordneter Michael Leutert (46, Linke) beendet seine Karriere im Bundestag.  © Sven Gleisberg

"Ich bin nun 15 Jahre im Parlament. Irgendwann ist die Luft raus."

Grund für den plötzlichen Rücktritt, so der 46-Jährige, ist eine neue Stelle bei einer internationalen Organisation, die er am 1. April antrete. Das Engagement sei mit seiner Tätigkeit als Abgeordneter nicht vereinbar.

Dass er nicht mehr zur Bundestagswahl antrete, sei den Linken schon eine Weile bekannt gewesen, sagt der Chemnitzer Linken-Chef Tim Detzner (41).

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"Für uns war es jetzt aber ähnlich abrupt."Dass er schon vor dem Jobangebot nicht mehr kandidieren wollte, erklärt Leutert mit "extremen Problem", die er mit seiner Partei habe. Er nennt in diesem Zusammenhang, die mangelnde Bereitschaft zur Kooperation mit anderen Parteien - etwa der SPD.

"Regieren, das geht nur mit Rot-Rot-Grün." Das mache sich auch in seiner Arbeit bemerkbar, die vorwiegend außen- und sicherheitspolitisch ist. Bei entsprechenden Verhandlungen - zum Beispiel in Haushaltsfragen - legten ihm fundamentale Forderungen seiner Partei immer wieder Steine in den Weg. Ob er auch ein bisschen Wehmut verspüre? "Nein, eigentlich nicht", antwortet Leutert.

"Natürlich ist der Rücktritt etwas ungünstig, so kurz vor der Bundestagswahl“, so der Chemnitzer Linken-Chef Tim Detzner (41). Er aber betont im Gespräch mit TAG24: "Er hat immer viel gegeben." Und Michael Leutert habe stets versucht, sehr gezielt Chemnitzer Projekte zu unterstützen. Als Beispiel nennt Detzner das Hilbersdorfer Eisenbahnmuseum.

Gerade werde die Staffelstabübergabe an seinen Nachfolger Axel Troost (66) vorbereitet.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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