Chemnitz - Chemnitz plant in diesem Jahr erneut einen "America Day". Auf Anfrage der BSW-Stadtratsfraktion teilte OB Sven Schulze (54, SPD) mit, es liefen "aktuell Gespräche mit dem US-Generalkonsulat in Leipzig und interessierten Chemnitzern".
Wann der Tag zu US-Kultur und Kulinarik stattfinden soll und welche Kosten entstehen, stehe noch nicht fest.
BSW-Stadtrat Nico Rudolph (36) reagiert darauf mit scharfer Kritik. Mit Blick auf die "Aktivitäten der USA" sei dies kein harmloses Stadtfest, sondern eine "politische Positionierung".
Rudolph spricht von einem falschen Signal in unsicheren Zeiten. Sein Tenor: Wenn überall gespart wird, müsse Chemnitz Prioritäten setzen und sich nicht mit Symbolpolitik beschäftigen.
Schulze hält dagegen: Chemnitz habe mit dem US-Konsulat "seit mehreren Jahren eine verlässliche und vertrauensvolle Partnerschaft aufgebaut".
Dazu kommt ein Jubiläum, das offenbar Rückenwind geben soll: Das Konsulat feiere "in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen in Sachsen" und sei "sehr daran interessiert, die transatlantischen Beziehungen zu fördern". Der "America Day" fand 2023 erstmals statt.