Flanieren statt Fahren: Kommen die "Sommerstraßen" nach Chemnitz?

Chemnitz - Die Grünen wollen prüfen lassen, ob Straßen im Sommer vorübergehend zu Flaniermeilen werden können. Chemnitz könnte dann ein bisschen mehr nach Urlaub aussehen: Statt parkender Autos stehen Pflanzkübel auf der Straße, dazu Bänke, Spielgeräte und zusätzliche Tische für Cafés und Restaurants.

Beim "100 Meter Sommer"-Fest herrscht jedes Jahr Urlaubsstimmung auf der Franz-Mehring-Straße.  © Maik Börner

Für sechs bis acht Wochen würden Straßen, Kreuzungen oder Plätze für den Verkehr gesperrt werden. Besonders im Blick haben die Grünen dicht besiedelte Viertel sowie Bereiche mit vielen Cafés und Geschäften.

Die sogenannten Sommerstraßen hätten sich in anderen Städten bereits "als echtes Erfolgsmodell erwiesen", so die Fraktion.

Die temporäre Verkehrsberuhigung sei eine "enorme Chance für die Stadtentwicklung", ohne gleich dauerhaft und teuer umbauen zu müssen.

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Doch bei der Stadtverwaltung hält sich die Sommerlaune in Grenzen. Grundsätzlich sei eine solche "Flaniermeile auf Zeit" zwar machbar, sagt Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos).

Dafür müsste allerdings jede mögliche Straße einzeln geplant werden - etwa mit Blick auf Rettungswege, Lieferverkehr und wegfallende Parkplätze.

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Der Kaßberg könnte nach den Kriterien der Grünen ein geeigneter Standort für eine sogenannte Sommerstraße sein.  © Ralph Kunz
Die Grünen wünschen sich verkehrsberuhigte "Flaniermeile auf Zeit". So ähnlich könnte das dann im Sommer aussehen.  © Maik Börner
Der Brühl-Boulevard ist bereits ein verkehrsberuhigter Bereich, wo regelmäßig Veranstaltungen stattfinden können.  © Maik Börner

Chemnitz fehlen aktuell Personal und Mittel für Flaniermeile

Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos).  © Ralph Kunz

Vor allem fehlt es dafür laut Kütter an den nötigen Ressourcen: Im Verkehrs- und Tiefbauamt gebe es "keine personellen Kapazitäten für eine zeitnahe Umsetzung". Außerdem: "Für die Anschaffung und Unterhaltung zusätzlicher Stadtmöblierung stehen auf absehbare Zeit keine Mittel zur Verfügung", so Kütter.

Als warnendes Beispiel nennt er die Stadt München: Dort pausiert das Sommerstraßen-Projekt in diesem Jahr wegen der angespannten Haushaltslage.

Noch wird also keine Straße gesperrt. Anfang September entscheidet der Stadtrat zunächst darüber, ob die Verwaltung überhaupt prüfen soll, wo Sommerstraßen in Chemnitz möglich wären.

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