Interner Zoff beim Chemnitzer BSW: Stadtrat widerspricht eigener Fraktions-Chefin

Chemnitz - Der umstrittene Innovationscampus in Rabenstein spaltet nicht nur Anwohner und Stadtrat. Jetzt kracht es auch innerhalb der BSW-Fraktion in Chemnitz! Stadtrat Torsten Schmidt (60) widerspricht öffentlich seiner eigenen Fraktionsvorsitzenden Jeannette Wilfer (36) - und zwar in einem entscheidenden Punkt.

BSW-Fraktions-Chefin Jeannette Wilfer (36) will die Campus-Pläne kritisch begleiten und warnt davor, weiteres Vertrauen der Anwohner zu verspielen.  © Kristin Schmidt

Das Gewerbegebiet für größere verarbeitende Unternehmen soll auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen nahe der Kalkstraße und der A72-Abfahrt Rottluff entstehen, ohne dass es bislang konkrete Interessenten gibt.

Nach der ersten städtischen Info-Veranstaltung hatte sich Wilfer skeptisch gezeigt. "Warum müssen bei einer Vielzahl von Brachflächen in der Stadt ausgerechnet an der Kalkstraße Ackerflächen für ein Gewerbegebiet versiegelt werden?", schrieb sie bei Facebook.

Besonders brisant: Wilfer äußerte sich nicht nur persönlich, sondern für ihre gesamte Ratsfraktion. Es dürfe "nicht noch mehr Vertrauen verspielt werden". Ihr Schlusssatz: "Wir als BSW-Fraktion werden das kritisch begleiten."

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Genau daran stört sich Torsten Schmidt. Dieser Kurs sei innerhalb der BSW-Fraktion keineswegs beschlossen. Es handle sich um "die persönliche Auffassung der Fraktionsvorsitzenden", erklärt er.

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So soll der Innovationscampus an der Kalkstraße später einmal aussehen.  © Visualisierung: Stadt Chemnitz

BSW-Stadtrat für umstrittenen Innovationscampus

BSW-Stadtrat Torsten Schmidt (60) fordert beim Innovationscampus konstruktive Mitarbeit statt grundsätzlicher Kritik.  © Ralph Kunz

Damit widerspricht der Stadtrat seiner Fraktions-Chefin ungewöhnlich deutlich. Schmidt hält den Innovationscampus angesichts der wirtschaftlichen Lage sogar für dringend notwendig.

"Unsere Stadt braucht Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und Zukunftsperspektiven für junge Menschen."

Schmidt fordert deshalb eine "konstruktive und sachorientierte Mitwirkung". Sein Seitenhieb gegen die Gegner des Vorhabens: "Wieder alte Positionen gegen das Vorhaben aufzuwärmen, halte ich für den falschen Weg."

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