Chemnitz - Statt der auserkorenen Nachfolgerin sitzt jetzt die Herausforderin auf dem Chefsessel! Alexa von Künsberg (48) ist neue Kreis-Chefin der CDU. Bei der Kampfabstimmung am Freitagabend im Chemnitzer "Luxor" setzte sie sich gegen Bundestagsabgeordnete Nora Seitz (42) durch.
Brisant: Seitz war die ausdrückliche Wunschkandidatin der bisherigen Kreis-Chefin Ines Saborowski (59). Die Landtagsabgeordnete trat nach vier Jahren nicht erneut an und hatte ihren Parteifreunden Seitz als Nachfolgerin ans Herz gelegt. Doch die Mitglieder entschieden anders!
Schon vor der Wahl hatte es hinter den Kulissen mächtig rumort. Kritiker warfen Seitz vor, bereits zu viele Ämter zu bekleiden und zu wenig Zeit für den Kreisverband zu haben. Auch wurde über ihre Ambitionen für die Bundestagswahl 2029 spekuliert. Seitz selbst hatte die Vorwürfe zurückgewiesen: "Ja, ich schaffe das und ja, ich bin da."
Von Künsberg machte dagegen deutlich, dass sie den Kreisvorsitz als Vollzeitaufgabe im übertragenen Sinne versteht. "So eine verantwortungsvolle Aufgabe des Kreisvorsitzes verlangt den vollen Einsatz. Ganz viel Zeit und viel Kraft und viel vor Ort sein", hatte sie erklärt.
Und jetzt? Die Projektentwicklerin, bisherige Chefin der Chemnitzer Mittelstandsunion und Vize der Frauen Union, will die CDU wieder stärker auf die Straße bringen. Mindestens einmal monatlich soll es einen Infostand geben. Dazu mehr Präsenz in sozialen Medien, neue Mitglieder und offene Vorstandssitzungen.
Neue CDU-Kreis-Chefin: "Wir müssen jetzt Gas geben"
"Wir müssen jetzt Gas geben", hatte von Künsberg angekündigt. "Wir brauchen mehr Mitglieder. Wir brauchen mehr Präsenz auf der Straße, im Netz, überall."
Auch politisch will sie Akzente setzen: Kampf für einen besseren Bahnanschluss nach Leipzig, solide Stadtfinanzen und Antworten auf steigende Sozialausgaben. Vor allem aber soll die CDU bei den Chemnitzern wieder sichtbarer werden.
Von Künsberg wird dem konservativen Flügel zugerechnet. Jetzt wartet auf die neue Kreis-Chefin die erste Bewährungsprobe: Schon 2027 steht die OB-Wahl an.
Und nach dem parteiinternen Kräftemessen muss von Künsberg vor allem eines schaffen: die CDU wieder hinter sich vereinen.