Stink-Algen in Chemnitzer Talsperre entdeckt! Kein Trinkwasser mehr aus Einsiedel

Chemnitz - Stink-Alarm für das Trinkwasser! Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) stellte eine Vermehrung von Stink-Algen in der Talsperre Einsiedel in Chemnitz fest und stoppte die Wassergewinnung. Für LTV-Sprecherin Gerlind Ostmann (57) ist das Problem "vermutlich Folge des Klimawandels".

Die Talsperre Einsiedel im Jahr 2016 - aktuell ist der Wasserstand sogar noch niedriger (Archivbild).
Die Talsperre Einsiedel im Jahr 2016 - aktuell ist der Wasserstand sogar noch niedriger (Archivbild).  © Uwe Meinhold

Die gute Nachricht: Das Chemnitzer Trinkwasser ist gesichert. Das Wasserwerk von Fernwasser Südsachsen stellte auf die Speicher Neunzehnhain I und II sowie Seidenbach um.

Der Wasserstand in der Talsperre Einsiedel wurde um zehn Meter gesenkt, damit die Algen sterben. In etwa zwei Wochen wird die Talsperre wieder gestaut.

Analysen hatten die Vermehrung der Alge gezeigt, die Geruchs- und Geschmacksstoffe produziert. Noch war aber nichts zu riechen, erst recht nicht nach der Aufbereitung im Wasserwerk.

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Ortschaftsrat Rocco Ehinger (51, CDU) sieht das Thema gelassen: "Es war ein extremer Sommer. Das Wasser muss eben gereinigt werden."

Die Chemnitzer Grünen-Sprecherin Coretta Storz (36) fordert energische Maßnahmen gegen den Klimawandel, "bevor das Trinkwasser tatsächlich stinkt und ungenießbar wird".

Die Talsperre Einsiedel im Jahr 2019 aus der Luft.
Die Talsperre Einsiedel im Jahr 2019 aus der Luft.  © euroluftbild.de/Robert Grahn/dpa
So hoch stand das Wasser: Hannelore Sorge (81) zeigt auf den Ablauf der Talsperre direkt an ihrem Grundstück.
So hoch stand das Wasser: Hannelore Sorge (81) zeigt auf den Ablauf der Talsperre direkt an ihrem Grundstück.  © Sven Gleisberg
Trotz Stink-Algen: Das Chemnitzer Trinkwasser ist gesichert.
Trotz Stink-Algen: Das Chemnitzer Trinkwasser ist gesichert.  © 123RF/mheim301165

Anwohnerin Hannelore Sorge (81) hat das Ablassen der Talsperre an ihrem Grundstück gesehen. Auch sie denkt an den Klimawandel: "Es war zu warm und das Wasser zu klar. Deshalb konnte die Sonne die Algen erreichen."

Titelfoto: 123rf/mheim301165, euroluftbild.de/Robert Grahn/dpa

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