Dresden - Spätestens seit dem Kastanien-Sturz der vergangenen Woche ist in der Landeshauptstadt klar, dass die Dürre und Trockenheit der vergangenen Jahre ernste Folgen nach sich ziehen. Die Stadt erklärt, wie sie mit ihrem trockenen Holz umgeht. Doch wie sicher sind Dresdens Bäume noch?
Rund 105.000 städtische Bäume an Straßen, Schulen, Spielplätzen und in Grünanlagen sind im Kataster erfasst. Dazu kommen nach Schätzung des Amtes mindestens 30.000 weitere Bäume in naturnahen Bereichen. Zehn Kontrolleure teilen sich das Stadtgebiet.
Straßenbäume werden grundsätzlich jährlich geprüft, Spielplätze haben besonders hohe Priorität. Nach Stürmen gibt es zusätzliche Kontrollen.
Der umgestürzte Baum an der Wiesbadener Straße stand auf Privatgrund. Verantwortlich war der Grundstückseigentümer.
Baumkontrolleurin Kristina Klabes (51) prüft vom Boden aus Umfeld und Wurzeln, Stamm und Krone. Totholz, Höhlungen, Pilze oder andere Schäden werden digital dokumentiert. Am häufigsten muss Totholz entfernt werden.
Bleiben Zweifel an Stand- oder Bruchsicherheit, helfen Gutachter etwa mit Schalltomografie oder Bohrwiderstandsmessung nach – teils für vierstellige Beträge pro Baum.
Hitze und Trockenheit setzen Bäumen immer stärker zu
Das Problem wächst. Laut Abteilungsleiter Jörg Lange (62) setzen Hitze, Trockenheit, verdichtete Böden, Streusalz und knapper Wurzelraum den Stadtbäumen immer stärker zu. Vor allem die bis zu 800 Jahre alten Bäume könnten sich an die veränderten Bedingungen schlechter anpassen. Ein Restrisiko bleibe dennoch immer.
Lange wünscht sich deshalb mehr Geld für Pflege, Bewässerung und Neupflanzungen. Rund 6000 Jungbäume werden derzeit gegossen. Ein Bewässerungsdurchgang kostet bis zu 50.000 Euro, etwa acht Euro pro Baum. Fünf bis sieben seien pro Saison nötig. Tendenz: steigend.