Dresden - Es ist aktuell Dresdens größtes Bauprojekt: Für den Neubau der Nossener Brücke für die Campuslinie wurde jetzt ein wichtiger Tunnel fertig: In dem sogenannten Mediendüker (unterirdischer Tunnel) der SachsenEnergie verlaufen unterirdisch sämtliche Leitungen unter den Gleisen der Deutschen Bahn. Zuvor wurden diese in einer Behelfsbrücke untergebracht, die für den Brückenbau weichen kann.
Der begehbare Tunnel verläuft über 280 Meter parallel zur Nossener Brücke in der Nähe des Eisenbahnmuseums.
Für das 30 Millionen Euro teure Projekt war vergangenes Jahr eine 100 Tonnen schwere Bohrmaschine in ein riesiges Loch eingesetzt worden. Diese grub sich dann durch das frühere Weißeritz-Flussbett 19 Meter unter der Erde entlang.
"Wir haben rund 5500 Kubikmeter Erde bewegt und 1200 Kubikmeter Beton eingebaut", erklärt Dirk Peuss (46), Chef der Baufirma "Eiffage". Danach wurden Leitungen für Fernwärme, Strom und Internet durch den Tunnel mit einem Innendurchmesser von drei Metern verlegt.
"Der Tunnel selbst bleibt später unsichtbar, seine Bedeutung für Dresden ist jedoch groß", sagt OB Dirk Hilbert (54, FDP), der am Donnerstag das unterirdische Bauwerk besichtigen konnte.
SachsenEnergie-Chef Frank Brinckmann (60) freute sich, dass der Versorgungstunnel pünktlich fertig wurde und nannte ihn einen wichtigen Teil eines noch viel größeren Ganzen. Denn damit ist der Weg frei für die neue Nossener Brücke.
Nossener Brücke: Abriss von alter Rohrbücke soll im Oktober starten
Da die Rohre im künftigen Bauwerk oberirdisch keinen Platz mehr finden, mussten sie mit viel Aufwand ins Erdinnere verlegt werden. Nun können die Arbeiten für den Neubau und die neue Straßenbahntrasse beginnen.
Die Abrissarbeiten der alten Rohrbrücke, die direkt neben der bestehenden Nossener Brücke entlang verläuft, sollen noch in diesem Monat starten.
Die künftige Campuslinie soll zwischen Löbtau, der Südvorstadt (mit TU-Campus) und Strehlen fahren.
Die DVB rechnen mit 1,4 Millionen zusätzlichen Fahrgästen pro Jahr.