Wegen "Dresdner Winterlichter" auf der Prager: Corona-Testzelt muss weichen

Dresden - Der Betreiber des Corona-Testzentrums vorm Pullman-Hotel an der Prager Straße versteht die Welt nicht mehr. Die Stadt forderte ihn auf, sein Zelt abzubauen und den Platz zu räumen - wegen des bald startenden Weihnachtsmarkts.

Vollzeit-Kraft Viktor Urban (27) arbeitete bis Mittwoch noch im Testzentrum vorm Pullman-Hotel. Nun musste es weichen.
Vollzeit-Kraft Viktor Urban (27) arbeitete bis Mittwoch noch im Testzentrum vorm Pullman-Hotel. Nun musste es weichen.  © Thomas Türpe

Der Betreiber (will anonym bleiben) erhielt vergangenen Freitag eine E-Mail aus dem Straßen- und Tiefbauamt. Sein Testzentrum sei bis Dienstag zu beräumen, "da die Flächen für den Aufbau des Weihnachtsmarktes benötigt werden".

Der Betreiber hatte im Januar ein paar Meter weiter sein Testzentrum errichtet, war im März vors Pullman im Bereich der Hotel-Parkplätze und des Wendekreises gezogen.

"Ich hatte mich mit dem Hotel bis Jahresende geeinigt, doch das nützt mir nichts", sagt er. Offenbar fehlt die amtliche Sondernutzungserlaubnis für den neuen Standort.

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Laut "Winterlichter"-Weihnachtsmarktbetreiber Frank Schröder (53) werde der Platz wie in den Vorjahren für Behindertenparkplätze benötigt.

Mitarbeiter stehen vor dem Aus

Braucht Platz: der Weihnachtsmarkt "Dresdner Winterlichter" an der Prager Straße im Jahr 2019.
Braucht Platz: der Weihnachtsmarkt "Dresdner Winterlichter" an der Prager Straße im Jahr 2019.  © Nico Keilwagen

Trotz anhaltenden Corona-Infektionen und nahender Grippe-Saison baute der Betreiber Mittwochabend das Testzentrum ab.

"Ich verstehe nicht, wieso ich nicht wenigstens einen nahen Ersatzstandort erhalte. Ich sorge mit für die Gesundheit, bin Teil der Testinfrastruktur. Andere Zentren in der Nähe haben längst zugemacht", sagt er verärgert. "Zuletzt ließen sich täglich 50 bis 100 Menschen testen. Tendenz steigend."

Auch seine drei festen Mitarbeiter stehen vor dem Aus. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht", sagt Viktor Urban (27). Das Rathaus ließ eine Anfrage zunächst unbeantwortet.

Titelfoto: Bildmontage: Nico Keilwagen/Thomas Türpe

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