Dresden - Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen Mahmut U. (33) und Sinan D. (46) erhoben. Den beiden Kurden wird unter anderem versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ein Beziehungsstreit soll Auslöser einer brutalen Attacke gewesen sein.
Bevor Mahmut U. seine Frau geheiratet hat, war diese mit dem Syrer Majd B. (28) zusammen. Beide haben ein gemeinsames Kind. Zusammen mit Sinan D. trafen am 17. Februar 2026 alle vier in der Henriette-Heber-Straße aufeinander.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sollen sie an dem Nachmittag in der Nähe der Arbeitsagentur aneinandergeraten sein. Kurz darauf sollen die beiden Männer den Syrer angegriffen haben.
Majd B. sei zunächst vor dem Duo davon gerannt, die beiden Kurden hinterher. An der Ecke Brauereistraße sollen sie ihn zu Fall gebracht haben. Sinan D. soll ihn daraufhin festgehalten und Mahmut U. dem Opfer mehrfach wuchtig gegen den Kopf getreten haben.
Majd B. wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, er überlebte den Angriff.
Einen Tag nach der Tat konnte Mahmut U. festgenommen werden. Sinan D. war noch bis zum 26. Februar auf freiem Fuß, ehe er den Ermittlern ins Netz ging. Gegen beide Männer wurde ein Haftbefehl erlassen, seitdem sitzen sie in U-Haft.
Angreifer wollen aus Notwehr gehandelt haben
Die Männer hätten die Tat zum Teil eingeräumt, allerdings seien sie der Meinung, aus Notwehr gehandelt zu haben. Majd B. soll seine ehemalige Freundin mit einer Flasche bedroht, ihr Mann Mahmut U. sich schützend vor sie gestellt haben. Deshalb meinen beide Kurden, ihr Handeln sei Notwehr gewesen.
Laut Staatsanwaltschaft sind die beiden Beschuldigten geringfügig vorbestraft. Mahmut U. ist der Justiz bisher nur wegen Schwarzfahrens, Sinan D. wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis bekannt. Das Landgericht Dresden entscheidet nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage.
Erstmeldung: 10.35 Uhr; Update: 11.23 Uhr