Dresden - Bei der Zwangsräumung in der Stephensonstraße, die dazu geführt hat, dass eine sechsköpfige Familie obdachlos in Leuben lebt, kam auch ein Spezialkommando zum Einsatz. Die Familie selbst berichtet von "zügelloser Gewalt", mit der die Einsatzkräfte vorgegangen seien. Die Polizei widerspricht entschieden: Sie ging lediglich auf Nummer sicher, denn Michael Rednik (57, den Nachnamen hat er sich selbst gegeben) ist für die Ordnungshüter kein unbeschriebenes Blatt.
Inklusive der Zwangsräumung am Montag kam es in den vergangenen drei Jahren zu drei Einsätzen in der Stephensonstraße 21. Bei den anderen beiden Malen musste ein Schornsteinfeger beschützt werden.
Die Darstellung der Familie, wonach die Spezialeinheit sich Zugang verschafft habe, indem Tor und Tür demoliert wurden sowie Inventar zerstört, widerlegt ein Polizeisprecher: "Im Zusammenhang mit der Herstellung des Zutritts zum Grundstück kam es lediglich zu geringfügigen Beschädigungen an der Grundstücksumfriedung sowie an einem Fenster des Hauses."
Diese Maßnahmen seien in Absprache mit dem Obergerichtsvollzieher eingesetzt worden. Der seit November 2025 eingetragene Eigentümer sei davon informiert worden.
Die Spezialeinheit sei nach vorhergehender "Gefährdungsbewertung" eingesetzt worden: "Der Polizei war unter anderem ein Schreiben des Mannes bekannt, in dem er Bezug zu einem Sachverhalt nahm, bei dem eine Familie ausgelöscht wurde."
Polizei hatte ihre Gründe
Damit bezieht sich der Sprecher auf einen Brief, der TAG24 vorliegt und den Michael Rednik am 14. Juli als Reaktion auf die angekündigte Zwangsvollstreckung formulierte.
Ein Auszug lautet: "In Zwintschöna (2000) erschlug ein Vater aus nackter Todesangst vor der Obdachlosigkeit ... seine Ehefrau und seine vier Kinder mit Äxten." Auch Michael Rednik hat eine Ehefrau und vier Kinder ...
Auch auf Grundlage dieser Aussagen des Familienoberhauptes, bei denen beschrieben wird, wie ein Opfer zum radikalen Täter wird, entschied sich die Polizei, "Gefahren für alle beteiligten Personen zu minimieren."