Nach Farbanschlag auf "Curry"-Schwestern: Polizei will mehr Streifen schicken
Dresden - Seit mehr als 20 Jahren betreiben die Schwestern Susanne (49) und Simone Meyer-Götz (45) ihren Erfolgs-Imbiss "Curry & Co." auf der Neustädter Louisenstraße. Nach Simones Auftritt in der MDR-Talkshow "Fakt ist!" wurde ihr Lokal Ziel eines linksextremen Farbanschlags. Doch die Unternehmerin und CDU-Kreisvorsitzende ist fest entschlossen, weiterzumachen.
Das Glöckchen klingelt, sobald sich die Tür öffnet. Es ist Mittagszeit bei "Curry & Co.".
Auch Simone Meyer-Götz gönnt sich einen kleinen Snack. Immer wieder klingelt währenddessen das Telefon: "Freunde rufen mich besorgt an, und wenn sie mich nicht gleich erreichen, meine Schwester. Viele machen sich Sorgen. Das ist doch alles absurd!"
Die "Curry"-Gründerin ist vor allem genervt davon, dass ihre Betrachtungen zu Schnittmengen zwischen den gewählten Parteien "völlig aus dem Kontext und ausschließlich auf den Begriff der Brandmauer zurechtgestutzt wurden".
Eine Grenze war jedoch erreicht, als die Polizei nach dem Farbanschlag in der Nacht zu Sonntag wegen der Sicherheit ihrer Familie anrief: "Wir leben hier. Die Neustadt ist unser Zuhause."
In beiden Fällen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen
Entschieden halten die beiden Schwestern am Lokal fest, nehmen die Situation aber "sehr ernst".
Das preisgekrönte Unternehmen, das auch schon Drehort für einen Dresdner "Tatort" war, wird nun häufiger von der Polizei beobachtet. "Im Zuge des täglichen Streifendienstes werden wir besonderes Augenmerk auf dieses Lokal legen", kündigt Polizeisprecher Marko Laske (50) an.
Die Veröffentlichung der Adresse in den sozialen Medien nach Ausstrahlung der MDR-Talkshow sei rechtswidrig und der linken Szene zuzuordnen: "Auch der Farbanschlag mit den Zahlen 161 verweist eindeutig auf das linke Spektrum."
In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Ove Landgraf

