Tatort Stauffenbergallee: Hier macht die Polizei Jagd auf Handysünder
Dresden - Die Digitalisierung bestimmt längst auch die Technik moderner Autos. Doch weil Ablenkung tödlich sein kann, gibt es für die Nutzung von Handy, Navi und Co. strenge Regeln. Am Mittwoch kontrollierte die Polizei, ob die auch eingehalten werden. Dabei ging es nicht nur Telefonierern an den Kragen.
An der Garnisonkirche hatte der Chef der Verkehrsüberwachung selbst Posten bezogen. "Unser Schwerpunkt liegt auf Ablenkung durch elektronische Geräte, wie Smartphones", sagt der Erste Polizeihauptkommissar Jürgen Jacobs (57). Im ganzen Stadtgebiet fanden Kontrollen statt, unterstützt durch eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei.
"Alles, was Touchscreen hat, ist während der Fahrt verboten", erklärt der Polizist. Problematisch, weil mittlerweile nicht nur Navigationsgeräte über Displays bedient werden. "Ablenkung ist eine der vier Top-Ursachen von Unfällen mit Personenschäden."
Die Kontrolle bestand aus Polizisten mit Kamera an der Kreuzung Stauffenbergallee/Königsbrücker Straße. Per Funk wurden Verkehrssünder an die Kollegen vor der Garnisonkirche gemeldet, dort dann auf den Parkplatz herausgezogen.
Einer der ersten Ertappten hatte nichts mit Technik zu tun: Ein Reisebus war stolze 3,73 Meter hoch, durchquerte trotzdem die auf 3,70 Meter Höhe beschränkte Bahnunterführung vor der Kreuzung.
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Verstöße kommen schnell zusammen
Darauf stehen 500 Euro Bußgeld und zwei Monate Fahrverbot. Zwar habe der Bus in diesem Fall noch durchgepasst, doch in anderen Fällen hätten solche Verstöße verheerende Schäden angerichtet.
Währenddessen plätscherte ein Verstoß nach dem nächsten in die Kontrolle: Der Fahrer eines Wohnmobils hatte keinen Gurt angelegt, ein Skoda-Fahrer spielte am Handy herum, eine junge Frau interessierte die rote Ampel nicht.
Auch der italienische Flusskreuzfahrtsänger und Pianist Marco di Napoli (61) wurde ertappt, wie er mit seinem Leihrad auf der Straße statt des Radweges fuhr. "Ich hab's nicht gewusst", sagte er zu TAG24 und nahm's mit Humor.
"Eigentlich wollte ich etwas verkaufen, nun muss ich 20 Euro zahlen." Insgesamt zog die Polizei an der Kreuzung 39 Fahrzeugführer raus. 13 davon hantierten am Handy, darunter ein Radler. Vier Ertappte fuhren bei Rot, fünf hatten keinen Gurt angelegt.
Dazu kamen nochmal 15 Geisterradler, zwei defekte Lichtanlagen und eine mangelnde Ladungssicherung.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel (2)

