Zwangsgeräumte Familie: Jetzt sprechen die Frauen

Dresden - Während am Donnerstag ein Unwetter über Dresden hinwegzog, war Familie Rednik eine weitere Nacht ohne Obdach. Auch am vierten Tag nach der Zwangsräumung im Eigenheim an der Stephensonstraße 21 geht die "alternativlose Demonstration gegen das kaputte System" weiter.

Platzverweis! Auf der Treppe unter dem Balkon an der Stephensonstraße 37 darf die Familie Rednik nicht mehr sitzen - also sitzen sie an der Straßenkreuzung davor.  © Petra Hornig

Bei Regen, Blitz und Donner versteckte sich die Familie am Abend im Eingangsbereich eines Supermarktes in der Nähe: "Wir bleiben hier, bis wir unser Zuhause wiederhaben", so Anna Rednik (24) kraftvoll.

Auch die Nächte zuvor seien zwar extrem "kräftezehrend" gewesen. Aber von ihrem Willen, weiterzukämpfen, lässt sich auch Michelle (25) nicht abbringen: "Wir haben keine Angst vor der Nacht, aber fühlen uns halt nicht behütet auf der Straße, wachen permanent auf. Wir sind alle auf Alarmzustand die ganze Nacht lang."

Familien-Mama Annette steht langsam von der Decke auf, die auf dem Straßenboden liegt: "Die ersten Tage konnte ich noch gar nicht denken. Heute ist der Schmerz da. Ich hasse es hier an dieser Kreuzung."

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Währenddessen kommen in kurzen Abständen Menschen vorbei, bieten Hilfe an - Schlafsäcke, Zelte oder Wohnmobile: "Das war sehr rührend, als wir einen Döner geschenkt bekommen haben. Aber wir essen gar kein Fleisch, also haben wir den Döner wieder weitergeschenkt", erzählt Annette Rednik und lacht ein wenig.

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Anna (24) will durchziehen, bis das Zuhause wieder da ist.  © Petra Hornig
Michelle (25) hat keine Angst vor der Nacht auf der Straße, aber kommt nicht zur Ruhe.  © Petra Hornig
Die Familie träumt von der Rückkehr in ihren Garten und ihr Zuhause.  © Screenshot/freiefamiliedresden.wordpress.com

Familienoberhaupt Rednik: Alternativlose Demonstration

Zahlreiche Hilfsangebote wies die Familie bisher ab, darunter auch das Angebot auf eine Wohnung von Rechtsextremist Max Schreiber (39, Freie Sachsen, r.).  © Petra Hornig

Unter denen, die ihre Hilfe anboten, war Neonazi Max Schreiber (39), der sich rund zwei Stunden mit der Familie unterhielt: "Wir haben das Hilfsangebot nicht angenommen. Wir bedienen keine Schubladen. Wir sind fern von jeder Gewalt", erklärt die vierfache Mutter.

Familienoberhaupt Michael Rednik (57) unterstreicht dabei: "Das ist eine alternativlose Demonstration, weil wir auf der einen Seite nicht in unseren Lebensraum zurückkehren dürfen und auf der anderen Seite die sogenannte Hilfe aus dem kaputten System nicht annehmen werden."

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