Dresden wird rappelvoll: Konzert-Wochenende lässt Kassen klingeln
Dresden - Die Toten Hosen in der Rinne, zweimal Unheilig am Elbufer, rappelvolle Junge Garde im Großen Garten: Die Landeshauptstadt steht vor dem letzten richtig heißen Open-Air-Wochenende des Jahres. Ein Millionengeschäft! Und ein Kraftakt zugleich. Nicht nur die Hotels der Stadt kommen an ihre Grenzen.
"Die Stadt ist ausverkauft", betont Hilton-Direktor Martin Raich (58). Sein Haus sei am Wochenende zu 100 Prozent belegt. Auch Dresden Marketing geht davon aus, dass sämtliche Zimmer vergriffen sein werden.
Grund: Allein am Sonnabend nehmen 65.000 Fans Abschied von den Toten Hosen in der Flutrinne. Unheilig spielt Freitag und Samstag jeweils vor 12.000 Menschen am Elbufer, dazu die Zaungäste vor den Toren. Und Szene-Größen wie Tocotronic oder Kaffkiez bespielen die übrigen Bretter der Stadt.
Wie viel Geld solche Massen in Dresden lassen, zeigt eine Marketing-Studie aus 2024: Ein Übernachtungsgast gab rund 368 Euro pro Besuchstag aus. Für einzelne Rammstein-Konzerte kam so ein Umsatz von etwa 17 Millionen Euro zustande, für AC/DC rund 19 Millionen Euro.
"Genau diese Anlässe brauchen wir eigentlich jedes Wochenende", sagt Axel Klein (57), Sachsens DEHOGA-Chef. Gerade der August sei ansonsten eher ruhig. Hotels, Apartmenthäuser und Gastronomie profitierten deutlich.
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Polizei sieht Wochenende gelassen entgegen
"Die Kneipen sind happy." Auch direkt an der Rinne bereitet man sich vor. Alberthafen-Restaurantchef Thomas Kian-Zenker (42) hat vorsichtshalber zwölf Fässer zusätzlich bestellt. Dass anschließend 65.000 Hosen-Fans bei ihm aufschlagen, erwartet er allerdings nicht.
Während Wirte Bier bunkern, stocken die Verkehrsbetriebe ihre Flotte massiv auf. Für den Konzertsamstag planen die DVB allein mit rund zwei Dutzend Zügen zusätzlich.
Rund 60 zusätzliche Fahrer werden eingesetzt, außerdem etwa 20 Verkehrsmeister und weitere Einsatzkräfte. Die Haltestelle "Kongresszentrum" Richtung Marienbrücke wird wie die Linien 1 und 2 verlängert, damit Fahrgäste gleichzeitig in zwei Straßenbahnzüge einsteigen können.
Auf diesen Mega-Samstag bereiten sich die Beteiligten laut Stadt bereits seit Monaten vor. Die Polizei sieht dem Wochenende recht gelassen entgegen. Neben Kräften der Dresdner Reviere sind Einsatzzüge, Verkehrspolizei und Bereitschaftspolizei unterwegs.
Wie viele Beamte eingesetzt werden, verrät die Polizeidirektion vorab nicht. Das Hauptaugenmerk liege auf dem Verkehr. Sicherheitsprobleme erwartet die Polizei dagegen nicht: Es handele sich um friedliche Kulturveranstaltungen ohne besonderes Konfliktpotenzial.
Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis, Andreas Weihs, Eric Münch (2)

