Dresden - Schock im Dresdner Werk von GlaxoSmithKline (GSK Bio Dresden). Der Konzern schließt den traditionellen Produktionsstandort für Impfstoffe im Laufe des nächsten Jahres. Betroffen sind rund 650 Mitarbeiter. Sie wurden am Donnerstag über die Entscheidung informiert.
Der Schritt sei das Ergebnis einer eingehenden strategischen Prüfung der langfristigen Tragfähigkeit der beiden von GSK betriebenen Grippeimpfstoff-Produktionsstätten in Dresden und in Ste-Foy (Kanada), heißt es in der Antwort auf eine TAG24-Anfrage aus der deutschen Zentrale des britischen Pharma-Konzerns.
"Uns ist bewusst, dass das sehr schwere Nachrichten für unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen in Dresden sind." Als Grund nennt der Konzern "die sinkende Nachfrage nach traditionellen eibasierten Grippeimpfstoffen" und damit verbundene Überkapazitäten.
Betroffen sind alle rund 650 Mitarbeitenden am Dresdner Standort. Bei dem "Übergang" will der Konzern eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten und einen umfassenden Ausstiegsplan vorlegen, um die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden zu mildern.
Odol-Erfinder Karl August Lingner (1861-1916) gründete das Werk 1911 in der Innenstadt als "Sächsisches Serumwerk und Institut für Bakteriotherapie".
Schließung ist für September 2027 vorgesehen
1992 geht es an die Briten. 2008 wird der Name in GlaxoSmithKline Biologicals Dresden (GSK Bio Dresden) geändert. Die komplette Schließung ist nach Konzernangaben für September 2027 vorgesehen.
Der Dresdner EU-Abgeordnete Oliver Schenk (58, CDU) wertete den Schritt als "schweren Schlag für Dresden".
Stadt, Freistaat, Bund und Europa müssten nun gemeinsam mit GSK prüfen, ob und welche Perspektive es für den Standort gibt, forderte er.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) kündigte bereits an, das Gespräch mit Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern suchen zu wollen.