Neues Leben für Dresdens "Alcatraz": Vom Strom-Gefängnis zur Ideen-Werkstatt

Dresden - Jetzt ist Schlussspurt am Kraftwerk Mitte: Spätestens Mitte 2027 soll das Industriedenkmal komplett saniert sein, verspricht SachsenEnergie. Aktuell wird noch das Energiemuseum auf Vordermann gebracht, davor soll eine neue Freiluftbühne entstehen. Die historische Schaltanlage 30, im Volksmund "Alcatraz" genannt, hat inzwischen einen Mieter gefunden.

So sieht die "Schaltanlage 30" von außen aus. Künftig sollen hier Gründer und Wissenschaftler ein- und ausgehen.  © Steffen Füssel

Bis in die 1990er Jahre diente das Gebäude (1926 bis 1929 errichtet) zur Verteilung von Strom. Wegen der kargen Architektur mit Gitterrosten und Trafo-Zellen bekam es - in Anlehnung an das berühmte US-Gefängnis - den Spitznamen Alcatraz.

"Das Gebäude wirkte tatsächlich wie ein Gefängnis", erinnert sich Prokurist Frank Neuber (58) vom Eigentümer SachsenEnergie.

Doch nun ist die Sanierung des Hauses (Kosten: über 15 Millionen Euro) abgeschlossen. Und bald zieht Leben ein: Die TU Dresden Aktiengesellschaft (TUDAG) will sich mit 150 Mitarbeitern in der Schaltanlage ansiedeln, dort außerdem einen "offenen Treffpunkt" für Wissenschaftler, Unternehmen und Start-up-Gründer schaffen.

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"Hier sollen Gründer aus dem Deeptech-Bereich ankommen. In speziellen Werkstätten können Prototypen entwickelt werden", erklärt Torsten Fahrig (50), Chef des Technologiezentrums Dresden (Hauptmieter des Gebäudes).

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Prokurist Frank Neuber (58), Bürgermeister Jan Pratzka (54) und TUDAG-Vorstand Jacques Rohayem (58) auf der "Himmelsleiter", die Licht ins Gebäude bringt.  © Steffen Füssel
Nur drei alte Schaltzellen sind erhalten geblieben.  © Steffen Füssel
Dieser historische Sicherungskasten erinnert an die Geschichte des Hauses.  © Steffen Füssel

Wirtschaftsbürgermeister hat hohe Erwartungen

Die neu entstandenen Räume sind topmodern.  © Steffen Füssel

TUDAG-Vorstand Jacques Rohayem (58) kann sich auch sogenanntes "Crowd Inventing" (Laien tüfteln an neuen Erfindungen) vorstellen: "Der Sachse ist clever."

Nach dem Umbau ist der Raum dafür vorhanden: Die einst beklemmende Architektur der Schaltanlage wurde völlig verändert, es gibt moderne Meeting-Räume, offene Bereiche.

Eine Treppe ("Himmelsleiter") bringt Tageslicht aus den Dachfenstern in alle Stockwerke.

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Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (54, CDU) hat hohe Erwartungen: "Es geht ganz einfach darum, dass hier Wissen entsteht und transferiert wird. Unsere Wirtschaft lebt von Wissenschaft und Innovation, die auch in die Praxis kommt."

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