Dresdner Literatur-Festival vor Start

Dresden - Literatur ist eine Sache zwischen Autor, Buch und Leser. Ist das Buch erst mal erschienen, braucht es auch den Autor nicht mehr. Das ist nicht verkehrt, aber nicht die ganze Wahrheit. Literatur geht auch anders - mit Publikum als Lesung, Gespräch oder Show, selbst als Konzert. Das Dresdner Festival "Literatur Jetzt!" und sein Trägerverein sind seit Festivalgründung 2007 geübt darin. Der aktuelle Jahrgang (bis 27. September) startet am Mittwoch.

Die "Literatur Jetzt!"-Truppe in Gruppenaufnahme.  © Peter R. Fischer

Vorboten, bezeichnet als Warm-up, gab es schon. Am Mittwoch las Heike Geißler im Societaetstheater aus ihrem Roman "Michaela Kohlhaas", am Sonntagabend Elif Batuman in Read the Room aus ihrem Roman "Either/Or" (Entweder/Oder).

Zur Eröffnung am Mittwoch ist ein Star der Branche angekündigt, der Tiroler Autor Norbert Gstrein mit seinem von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Roman "Im ersten Licht" über das irrwitzig-kriegerische 20. Jahrhundert.

Geißler, Batuman, Gstrein samt ihrer aktuellen Bücher sind prominente Namen, die etwas bedeuten in der literarischen Welt.

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Weitere bekannte Namen als Teilnehmer sind Ronja von Rönne ("Alles Liebe"), Peggy Mädler ("Selbstregulierung des Herzens"), der Autor und Journalist Jens Balzer ("Confusion Is Next. Die Nullerjahre - das Jahrzehnt des Umbruchs") oder die Philosophin Svenja Flaßpöhler, die anlässlich ihres neuen Buches "Zusammenbleiben: Von der Freiheit fester Bindungen" im Gespräch mit Josephine Apraku über Partnerschaft und Dauer spricht.

Ein weiterer Höhepunkt dürfte die Lesung der Journalistin Sabine Rückert aus dem Band "Prager Verbrechen" von Egon Erwin Kisch sein, der jüngst in der Verlagsreihe "Die andere Bibliothek" erschienen ist.

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"Literatur Jetzt!" ächzt unter Finanzproblemen

Ein Teil der Veranstaltungen findet im Societaetstheater statt.  © Ove Landgraf

"Literatur Jetzt!" ist ein Festival auf der Höhe der Zeit. Was bedeutet, dass man sich auch mit den finanziellen Problemen der Zeit herumschlagen muss, die wie beinahe überall in der schwachen Ausstattung öffentlicher Kassen den Hauptgrund haben.

Zu etwa 60 Prozent sei das Festival durch Fördergelder von Freistaat Sachsen und Stadt Dresden finanziert, so Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des Trägervereins "Literatur Jetzt! e.V.", Juliane Hanka, ergänzt von Einnahmen und Sponsoring. Nächstes Jahr stünden bei den öffentlichen Zuwendungen Kürzungen an, sagt sie.

Das gültige Gruppenfoto des Orga-Teams des Festivals zählt 20 Personen. Fast alle arbeiten sie im Ehrenamt, allein für die Geschäftsführung ist eine halbe Stelle geschaffen worden. Ohnehin steigen die Kosten. Hanka: "Wir brauchen mehr und bekommen weniger."

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Leidenschaftliche Selbstausbeutung, ohne sie sind die meisten Kulturfestivals derzeit nicht zu stemmen. Während des Festivals wird von diesen Problemen wenig zu spüren sein. Da wird die Stimmung angefeuert von der Kunst.

Etwa von Büchner-Preisträger Marcel Beyer im Zusammenspiel mit der Jazzformation Ring Trio (Demian Kappenstein, Felix-Otto Jacobi, Eren Solak), Falk Töpfer und Nicole Hoyer mit ihrer Pop & Poesie-Show (Gäste: Finna und Florian Sievers) oder der Festivalparty mit dem DJ-Trio 3F sowie dem abschließenden Kinderfestival "Literatur Fetzt!" - da liest Joachim Masannek aus seinem Buch "Die Wilden Kerle - Vanessa 2, Ohne Mädchen keine Kerle". All das geschieht im Zentralwerk (und im Societaetstheater).

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