Dresdner mit beeindruckender DDR-Werbefiguren-Sammlung im Elbepark: Na, erkennt Ihr sie alle?

Dresden - Premiere für den Dresdner Sammler Torsten Meisel (60). Zum ersten Mal werden seine DDR-Werbefiguren ausgestellt. Ab 23. April sind rund 250 Figuren seiner über 900 Exemplare umfassenden Sammlung für zehn Tage im Elbepark zu sehen. Darunter auch viele Maskottchen aus den Volkseigenen Betrieben (VEB) in und um Dresden.

Sammler Torsten Meisel (60) inmitten seiner umfangreichen Sammlung. In den Händen hält er den Minol-Pirol und das Leipziger Messemännchen.  © Holm Helis

"Ich freue mich riesig, meine Schätze zu zeigen. Ich wähle gerade aus und verpacke, was ich in den 19 Vitrinen platzieren werde", sagt Meisel stolz. "Ich denke, dass die Dresdner viele Figuren wiedererkennen."

Wie zum Beispiel Kundi aus dem Hygiene-Museum, das Dixieland-Nilpferd, den rasenden Reporter von der Sächsischen Zeitung oder den Zahnpasta-Putzi vom VEB Elbe-Chemie.

"Doch es gibt auch weniger bekannte Figuren, die für Aha-Effekte sorgen dürften", verspricht Meisel.

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"Reifen-Pit" vom Reifenhersteller-Kombinat Pneumant mit Werken in Heidenau und Dresden gehört dazu. Ab 1961 engagierte sich der Betrieb sogar im Motorsport. In Spitzenzeiten arbeiteten 11.000 Mitarbeiter in den Werken, 1983 exportierte das Kombinat Reifen im Wert von 230 Millionen Valuta-Mark.

Nahezu unbekannt ist auch das Maskottchen des 1967 eröffneten Hotels Gewandhaus. Der Page in roter Livree wurde - nur mit anderer Beschriftung auf der Kopfbedeckung - auch für Hotels in Rostock und Erfurt verwendet.

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Diese Dame (l.) warb für das Arzneimittelkombinat Germed, dessen Stammhaus sich in Dresden befand. Das männliche TuR-Pendant (r.) dagegen verweist mit Latzhose und Helm auf die Produktionsstrecke.  © Bildmontage: Foto Koch (2)
Unverkennbar und sehr hochwertig hergestellt: der Schusterjunge der PGH Schuhmacher Dresden Süd (l.). Das Putzi-Maskottchen (r.) glänzt mit blitzeblanken, weißen Zähnen.  © Bildmontage: Foto Koch (2)
Mit Dutt und Brille: das weibliche Maskottchen des Transformatoren- und Röntgenwerkes (l.). "Reifen-Pit" (r.) machte für das Kombinat Pneumant mit seinen Werken in Dresden und Heidenau Reklame.  © Bildmontage: Foto Koch (2)

Eine Figur vermisst Meisel noch in seiner Sammlung

Der Hotelpage des Dresdner Hotels Gewandhaus (l.) ist von Kopf bis Fuß in Rot gekleidet. 1969 wurde die Figur des Druckhauses "Völkerfreundschaft" (r.) mit einer Banderole zum 20. Jahrestag der DDR versehen.  © Bildmontage: Foto Koch (2)

Die Dresdner Druckerei Völkerfreundschaft, in der heute das Kreativzentrum Zentralwerk beheimatet ist, warb mit einer Figur mit rotem Globus-Kopf.

Das Arzneimittelwerk Dresden setzte auf die Germed-Puppe, wahlweise mit rotem, blondem oder schwarzem Haar. Die PGH Schuhmacher Dresden Süd machte mit einer Schuster-Figur auf sich aufmerksam und das VEB Transformatoren- und Röntgenwerk übte sich schon vor Jahrzehnten in Gleichberechtigung - mit weiblichen und männlichen Werbefiguren.

"Nur den Robby von Robotron habe ich leider nicht", bedauert Meisel und hofft darauf, dass sich die Figur vielleicht noch auf einem Dachboden findet. Dann bitte über www.ddr-werbefiguren-welt.de Kontakt aufnehmen.

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