Bröckel-Piktogramme und ein nagelneuer Wegweiser in Dresden
Dresden - Mit dem Fahrrad von der Frauenkirche bis zum Brandenburger Tor: Am Goldenen Reiter weihten Tourismusministerin Barbara Klepsch (60, CDU) und der Radlerverein ADFC jetzt das erste Wegweiser-Schild für den Radfernweg ein. Währenddessen bröckelt nebenan die Beschilderung gegen Rambo-Radler an der Hauptstraße schon wieder.
Die 251 Kilometer lange Strecke über Nebenstraßen und gut ausgebaute Radwege nach Berlin wurde seit 2012 von Mitgliedern des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) entwickelt.
"Diese Route verbindet zwei bedeutende Städte und führt durch einige der schönsten Landschaften Ostdeutschlands – über den Spreewald und das Lausitzer Seenland bis an die Elbe", sagte Klepsch.
Nun mache man die Route sichtbar und stärke den Radtourismus in Sachsen. Die ersten 20 Schilder im Dresdner Raum wurden bereits angebracht.
Währenddessen bleibt die Radfahrer-Regelung an der Hauptstraße offenbar ein ewiges Ärgernis.
Um gegen Rambo-Radler vorzugehen, die sich nicht an die vorgeschriebene Rücksichtnahme und Schrittgeschwindigkeit in der beliebten Fußgängerzone halten, ließ Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) vergangenen Oktober Piktogramme ("Bitte langsam") auf dem Boden anbringen. Doch die bröckeln ab, sind teils gar nicht mehr lesbar. Das Rathaus will sie wieder erneuern lassen.
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Piktogramme bröckeln ab
"Erst wurde lange gar nichts gemacht, dann so halbherzige Maßnahmen", ärgert sich Stadtbezirksbeirätin Julia Sasse (43, Team Zastrow), spricht von "sinnlos verpulvertem Geld". Gebracht hätten die Piktogramme ohnehin nichts, die Konflikte zwischen rücksichtslosen Radlern und Passanten sowie Händlern gebe es weiterhin.
Sachsens ADFC-Geschäftsführer Konrad Krause (43) sprach sich für einen offiziellen Radweg auf der Mittelachse des Boulevards als mögliche dauerhafte Lösung aus.
Das hatte die Verwaltung allerdings aus Denkmalschutzgründen verworfen.
Titelfoto: Fotomontage: Petra Hornig
