Dresden - Keine Spur von Kulturpessimismus! Für gewöhnlich ächzen Künstler unter den Kürzungen von Fördermitteln. Das Impro-Theater "Kulturhafen" in Dresden-Pieschen feiert am Freitag jedoch sorgenfrei sein fünfjähriges Jubiläum.
Mal gibt es Geld und neue Stühle können gekauft werden, mal fällt die Kulturförderung aus. Dann muss eben improvisiert werden: "Die Lampenschirme sind aus alten Fahrradspeichen gebaut, die Bühne ist zusammengestückelt", berichtet Marcus König (43).
92 Sitzplätze bietet das kleine Theater in der Leisniger Straße. Bis zu drei Aufführungen stehen pro Woche auf dem Programm. Besonders beliebt sei der Krimi-Abend: "Wir wissen, dass jemand sterben muss, und am Ende gibt es ein Geständnis. Aber wer stirbt oder gesteht, bestimmt das Publikum", berichtet Lorenz Fischer (35).
Noch radikaler sind die reinen Impro-Abende, bei denen keiner der beteiligten Akteure auf der Bühne weiß, was er erzählen soll: "Es kommen Rufe aus dem Publikum und wir kreieren den Theaterabend von null an gemeinsam", strahlt Schauspieler Valentin Reichert (36).
Jubiläums-Show am Freitag bereits vollkommen ausverkauft
Gerade vor dem Publikum zu stehen und nicht mehr zu wissen, was als Nächstes passiert, sei der Reiz an der Improvisation: "In Zeiten von KI sehnen sich die Leute nach menschlichen Prozessen, die sie nachvollziehen können", ist sich Fischer sicher.
Die Jubiläums-Show am Freitag ist bereits ausverkauft. Doch am Samstag findet ein Tag der offenen Tür statt. Weitere Infos: Kulturhafen-Dresden.