Dresden - Hunderte Schüler aus ganz Dresden "schwänzen" heute den Unterricht, um gemeinsam in der Dresdner Innenstadt gegen den neu eingeführten Wehrdienst zu demonstrieren.
"Die Jugend hat keinen Bock auf Wehrpflicht", erklärte ein Sprecher der Organisation in einem Beitrag auf der Instagram-Seite der Organisation "Schulstreik gegen die Wehrpflicht" und rief Schülerinnen und Schüler aus Dresden und ganz Deutschland dazu auf, sich am heutigen Freitag zu versammeln, um während der Unterrichtszeit zu demonstrieren.
So haben sich Hunderte Jugendliche gegen 10 Uhr mit etlichen Fahnen und Bannern vor dem Staatsschauspielhaus am Postplatz in Dresden eingefunden. Laut der Versammlungsübersicht auf der Internetseite der Stadt ist von Veranstalterseite mit knapp 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu rechnen.
Nach dem Auftakt der Versammlung auf dem Postplatz wird sich der Zug in Bewegung setzen und zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr durch die Innenstadt bis zum Alaunpark in die Dresdner Neustadt laufen, wo die Veranstaltung dann gegen 14 Uhr ihr Ende findet.
Zuletzt hat die Organisation im Mai dieses Jahres zu einem bundesweiten Schulstreik in dieser Form aufgerufen.
Wie auch im Mai finden die Schülerstreiks am heutigen Freitag auch wieder in Städten in ganz Deutschland statt. In Leipzig kann es aufgrund der Demonstration zu mehreren Verkehrseinschränkungen kommen. Ob der Verkehr in Dresden auch beeinflusst wird, ist noch unklar.
Schüler und Schülerinnen fühlen sich von der Politik hintergangen
Grund für die Schüler-Demonstration ist die Vorverlegung der geplanten Musterung von Jugendlichen. Diese war eigentlich erst für den Juli 2027 vorgesehen, findet jedoch bereits jetzt statt. Laut der Organisation fühlt sich die Jugend durch diese "Zwangsmusterung" hintergangen und warnt davor, dass eine "Wehrpflicht" ebenfalls schneller kommen kann als geplant.
Auf der Internetseite heißt es: "Über 4000 18-jährige Männer wurden schon gemustert - inkl. Fitnesstest und Hoden-Abtasten. Betroffen sind auch 1000 von uns, die kein Interesse im Fragebogen der Bundeswehr angegeben haben! Und es sollen jetzt noch mehr werden."