Kampf dem Behörden-Kauderwelsch: Die Dissidenten machen Ernst

Dresden - Ihr bekommt ein Schreiben vom Amt und versteht nur Bahnhof? Damit seid Ihr nicht allein!

Michael Schmelich (68, Dissidenten) und seine Mitstreiter wollen Kommunalpolitik verständlicher machen.
Michael Schmelich (68, Dissidenten) und seine Mitstreiter wollen Kommunalpolitik verständlicher machen.  © Ove Landgraf

Laut einer Studie haben 25 Prozent der Deutschen große Probleme damit, bei Inhalten von Behördenbriefen den Durchblick zu behalten. Die Dissidenten-Fraktion im Stadtrat möchte daran etwas ändern.

Denn das unverständliche Behörden-Deutsch findet sich auch in vielen Anträgen, Vorlagen und Anfragen des Dresdner Kommunalparlaments.

Für Dissident Michael Schmelich (68) ein unhaltbarer Zustand: "Demokratie ist eine Kultur und nicht nur ein System. Damit diese Kultur auch gelebt werden kann, braucht es zwingend eine barrierefreie und verständliche Kommunikation in der Politik."

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Auch nahmen die vier Stadträte die professionelle Beratung der Agentur "VERSO" in Anspruch, übersetzen die Anträge auf ihrem Internetauftritt nun Stück für Stück in leicht verständliches Deutsch.

Häufig sind Briefe von Behörden in einem sperrigen "Beamten-Deutsch" verfasst.
Häufig sind Briefe von Behörden in einem sperrigen "Beamten-Deutsch" verfasst.  © picture alliance/dpa

Michael Schmelich: "Wir machen Politik für Dresden"

Das zeichnet sich durch kurze Hauptsätze, klare Aussagen und das Weglassen abstrakter Begriffe aus. So werden aus der "Aufenthaltsqualität" die Gemütlichkeit, der "Lautraum" zur Disco und die "Grundstücksentwässerungsanlage" darf wieder Regenrinne heißen.

Schmelich: "Wir machen Politik für Dresden, also müssen wir auch alles geben, um so viele Dresdnerinnen und Dresdner zu erreichen."

Titelfoto: Montage: Ove Landgraf, picture alliance/dpa

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