Klopapier und Kinderfahrrad: Die verrückten Kreationen der jungen Designer-Elite

Dresden - Vom Berliner Spree- ans Elbufer: Erstmals präsentiert die angehende deutsche Designer-Elite im Wasserpalais von Schloss Pillnitz in Dresden ihre Exponate.

Die Berlinerin Katrin Krupka (41) und ihr Team bitten bis Ende Oktober zu einer besonderen Designerausstellung ins Wasserpalais von Schloss Pillnitz.
Die Berlinerin Katrin Krupka (41) und ihr Team bitten bis Ende Oktober zu einer besonderen Designerausstellung ins Wasserpalais von Schloss Pillnitz.  © Petra Hornig

Die 40 Studenten von rund 20 Hochschulen bewerben sich gleichzeitig um einen der vier ausgelobten Preise. Unter den Bachelor- und Masterarbeiten befindet sich übrigens auch zukunftsweisendes Toilettenpapier.

Damit will Sophia Reißenweber von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Kategorie "Nachhaltige Lösungen" bei der Fachjury punkten.

Sie hat sich Gedanken darum gemacht, wie sich im Ab- und Grundwasser gelöste Arzneimittel entfernen lassen.

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Der von der angehenden Designerin entwickelte Hygieneartikel besitzt die Fähigkeit, solche Chemikalien abzubauen - auf ganz natürliche Weise.

Dazu hat sie das Papier mit einem Myzelanteil - den sie aus einem heimischen Speisepilz gewinnt - versetzt. So lassen sich im Wasser gelöste Schadstoffe minimieren.

Vom Defibrillator bis zum Feuerlöscher: Nutzer dieses Exponates sind für alle möglichen Ernstfälle gerüstet.
Vom Defibrillator bis zum Feuerlöscher: Nutzer dieses Exponates sind für alle möglichen Ernstfälle gerüstet.  © Petra Hornig
Reinschauen und staunen: Ausgestellt wird auch ein mit speziellen Mikroben behandeltes Toilettenpapier, das beim Säubern von Abwässern helfen soll.
Reinschauen und staunen: Ausgestellt wird auch ein mit speziellen Mikroben behandeltes Toilettenpapier, das beim Säubern von Abwässern helfen soll.  © Petra Hornig

Möglichen Karrierestart für die Jungdesigner

Doch nicht nur diese Arbeit beeindruckte die Projektleiterin der diesjährigen "German Design Graduates Show", Katrin Krupka (41): "Das Kinderfahrrad 'Pelle' beispielsweise ermöglicht Kindern, ihr eigenes Fortbewegungsmittel umzubauen. Auf diese Weise wird vermittelt, dass Gegenstände lange genutzt und repariert werden können."

Thomas Geisler (50), Direktor des Kunstgewerbemuseums, sieht indes in der Exposition einen möglichen Karrierestart für die Jungdesigner: "Sie versteht sich in gewisser Weise als Jobbörse. Hersteller finden hier jede Menge Jungtalente und spannende Ideen."

Wer sich selbst ein Bild von den Exponaten machen möchte, kann das bis Ende Oktober immer dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

Titelfoto: Petra Hornig (3)

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