2850 Kilometer in 60 Tagen: Donau-Schwimmer hat das Schwarze Meer erreicht
Dresden/Ulm/Sulina - Er hat es geschafft! Joseph Hess (39) ist die gesamte Donau von Ulm bis ans Schwarze Meer geschwommen. Am Dienstag kraulte der Dresdner mit seinem Team bei Sulina im rumänischen Teil des Donaudeltas ins offene Meer.
"Ich bin einfach nur glücklich und meinem gesamten Team dankbar, dass wir es zusammen geschafft haben", sagte Hess danach mit strahlenden Augen - sichtlich gezeichnet von den Anstrengungen der vergangenen Wochen. Er schwamm die Strecke von insgesamt rund 2850 Kilometern in sagenhaften 60 Tagen.
Dafür stieg der Extremsportler täglich in die Fluten, war teilweise über 12 Stunden im Wasser und bewältigte oft mehr als eine Marathon-Distanz pro Tag. Niedrigwasser, fehlende Strömung (besonders vor den Stauwehren), Gegenwind und enormer Schiffsverkehr am Ende der Tour hatten ihm alles abverlangt.
Sieben Neopren-Anzüge trug er auf seiner Tour - am Ende wurden deren Konfektionsgrößen kleiner und kleiner. "Mir tut jetzt einfach alles weh", gestand Hess bei seiner Ankunft. Vor allem die Schultern schmerzten den promovierten Prokuristen seit Wochen.
Seiner Freude konnte das am Dienstag alles aber keinen Abbruch tun. Alte Wegbegleiter von seinen zurückliegenden, extremen Schwimm-Abenteuern auf Elbe, Rhein und Bodensee waren angereist, um ihn auf den letzten Donau-Kilometern zu begleiten. Die Stimmung beim "Zieleinlauf" war entsprechend ausgelassen und fröhlich. "Gigantisch", sagte Hess.
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Team um Extremsportler Joseph Hess hat für wissenschaftliches Projekt "Mikroplastik-Atlas" Wasserproben gesammelt
Die Tour ist damit noch lange nicht vorbei - jetzt beginnt die umfassende Auswertung der Wasserproben, die unterwegs im Rahmen des Projekts "Mikroplastik-Atlas" gesammelt wurden. Auch die Sportpsychologen der Uni Leipzig haben noch Fragen. Sie begleiteten Hess und sein Team wissenschaftlich. Außerdem soll noch eine filmische Dokumentation über das Donau-Schwimmen fertiggestellt werden.
Wer den Ausnahme-Athleten treffen will, hat am 12. September in Dresden gute Chancen. Dann ist Hess dabei, wenn an den Ufern der Elbe beim "CleanUp" Müll gesammelt wird.
Titelfoto: Bildmontage: Markus Weinberg (2)
