600 Veranstaltungen mit vielen Ost-Stars: Macht das "Immergrün" für immer zu?

Dresden - Schade, schade - eine kleine, aber feine Kulturbühne "verwelkt". Nach 25 Jahren schließt Wirt Dieter Förster (75) zum 31. Oktober sein Gartensparten-Lokal "Immergrün" in Cotta und damit auch einen Auftrittsort. In einem Vierteljahrhundert holte Förster große Stars auf seine Bühne - die letzten Gäste werden Jazz-Ikone Uschi Brüning (18. Oktober) und das Mandolinenorchester Fidelio (25. Oktober) sein.

Am 31. Oktober schließt das Gartenspartenlokal "Immergrün".  © Eric Münch

Rund 600 Veranstaltungen holte Förster seit 2001 ins Gartenlokal. "Unser erster Künstler war Kabarettist Hansgeorg Stengel", erinnern sich Förster und sein Mann Micha Ilgner (66).

Es folgte eine Hitliste der Oststars, alles, was Rang und Namen hatte, trat im "Immergrün" auf. Schauspieler wie Claudia Schmutzler (60), Gojko Mitic (86), Ingeborg Krabbe (†2017), Jaecki Schwarz (80), Peter Bause (84), Ursula Karusseit (†2019), Uta Schorn (79), Sänger von Regina Thoss (80), Hans-Jürgen Beyer (77) über Angelika Mann (†2026), Sandra Mo (74), Eberhard Hertel (†2024) bis hin zu Julia Axen (†2022) gaben sich die Klinke in die Hand.

Ein dickes Gästebuch strotzt vor prominenten Unterschriften. Seit vier Jahren gastiert die Dresdner Schauspielerin Kati Grasse (57) mit ihrem Talk "Grasse trifft" im Gartenlokal.

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"Ich habe mit vielen Stars auf der Bühne geplaudert. Mit Heidi Weigelt, Ulrike und Jürgen Mai, mit Walter Plathe oder Thomas Natschinksi. Es wird schwer sein, für den Talk eine neue Bühne zu finden", bedauert Grasse.

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Kati Grasse (57) und Dieter Förster (75) sind seit vier Jahren das Kultur-Duo im "Immergrün".  © Eric Münch
Komiker Fips Asmussen (†2020) trug sich 2003 ins Gästebuch ein.  © Eric Münch
2017 war Schauspieler Jaecki Schwarz (heute 80) zu Gast.  © Eric Münch
Angelika Mann (†2026, l.) und Ursula Karusseit (†2019) gastierten 2013 auf der Kleinkunstbühne.  © Eric Münch

Kleingartenverein lässt weitere Nutzung offen

"Immergrün"-Wirt Förster war selbst auf der Bühne mit eigenen Programmen und Lesungen zu erleben.  © Steffen Füssel

Im November räumen Jürgen und Micha das Lokal. Der Pachtvertrag läuft aus. Notwendige Renovierungen stünden der "finanziellen Gesundheit" des Kleingartenvereins entgegen.

"Der Vorstand verzichtet auf das Angebot eines Nachfolgers", lässt der Verein die weitere Nutzung offen. Für Jürgen Förster, der sich selbst als Schauspieler und Autor betätigt, kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen.

"Ich gründe vielleicht eine Theatergruppe für Rentner oder bewerbe mich beim Einlassdienst im Kulturpalast." Nur für das "Immergrün" ist offenbar der Ofen aus.

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