Von Jörg Schurig
Dresden - Als Restauratorin Steffi Bodechtel auf den wertvollen Rahmen des Correggio-Gemäldes "Die Madonna des heiligen Sebastian" eine vergoldete Krone schraubt, krönt sie zugleich eine vierjährige Arbeit.
So lange hat es gedauert, das Werk des Antonio Allegri (1489-1534) - bekannt unter dem Namen seines Geburtsortes Correggio - zu restaurieren. Jetzt erstrahlt es in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister in neuem Glanz.
Mehr als ein Dutzend Schichten von Firnis und Retuschen mussten abgetragen und Fehlstellen ergänzt werden, um die alte Pracht wiederherzustellen: "Das ist für mich ein besonderer Moment", sagt Bodechtel.
Am letzten Augusttag wurde die Madonna nach ihrer Schönheitskur das erste Mal durch die Galerie bewegt. Mehrere Helfer hoben das 2,65 Meter hohe und 1,60 Meter breite Gemälde auf einen Wagen und transportierten es in den künftigen Ausstellungssaal.
Dort ist es ab 19. September neben vielen weiteren Werken Correggios und anderer Meister zu sehen.
In Deutschland gilt Dresden als "Correggio"-Hauptstadt
Die Sonderausstellung "Correggio. Berührend menschlich" hat es in sich. Weltweit sind nur 60 Gemälde des Meisters überliefert, 20 davon sind nun in Dresden zu sehen. Eines davon ist in Paris beheimatet und hat noch nie zuvor als Leihgabe den Louvre verlassen.
Nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen ist die Schau die weltweit erste Retrospektive zum Gesamtwerk Correggios, die außerhalb Italiens gezeigt wird.
In Deutschland gilt Dresden als "Correggio"-Hauptstadt. Vier der fünf in Deutschland beheimateten Gemälde befinden sich hier im Bestand.