Dresden - Eine der häufigsten Todesursachen und Grund für bleibende Schäden ist der Schlaganfall. Uwe Helbig (60) hilft seit Jahren den Betroffenen nach Klinikaufenthalt ins Leben zurück. Nun wurde der erste Schlaganfall-Lotse für den bundesweiten "Motivationspreis" nominiert.
Sprachprobleme, Lähmungen, Sehstörungen: Die Folgen eines Schlaganfalls variieren. Uwe Helbig besucht die Patienten zu Hause, entwirft einen Hilfeplan und betreut sie bis zu einem Jahr lang:
"Das kann die Organisation eines Spezialarztes sein, eine Umschulung für Schädel-Hirn-Verletzte oder der Einkauf." Mit seinen drei Kollegen an der Uni-Klinik werden parallel bis zu 250 Leute betreut.
Nach 25 Jahren als Krankenpfleger auf der Intensivstation der Dresdner Uniklink kam er zu seinem Job als Lotse "wie die Jungfrau zum Kinde".
Sein damaliger Chef wollte Patienten auch nach dem Klinikbesuch beobachten, nahm 2009 an einer Ausschreibung des Sozialministeriums teil: "Ich war zu dem Zeitpunkt einer der wenigen, die sowohl das medizinische Wissen als auch Fortbildungen für Einzelfallbetreuung gemacht hatte."
Die Nominierung zum bundesweiten "Motivationspreis" kann auch ein Licht auf den Beruf des Schlaganfall-Lotsen, genannt Case Manager, werfen.
Denn bundesweit gäbe es lediglich dreißig dieser Fachkräfte: "Bevor ich in Rente gehe, wünsche ich mir, dass das Hilfsangebot für Schlaganfall-Patienten ein gesetzlicher Anspruch für jeden Bürger wird."
Nächste "Motivationspreis"-Verleihung in Berlin
Alle zwei Jahre vergibt die Gütersloher Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe den symbolischen "Motivationspreis".
Dieses Jahr am 4. Dezember in Berlin.