Dresden - Gravelbikes boomen – und das auch in Sachsen. Einer, der den Trend dabei früh erkannt hat, ist Paul Müller (33). Mit Rovativ gründete er 2019 seine eigene Marke für die perfekten Taschen für Rennräder mit breiteren Reifen, die auch für Schotterpisten geeignet sind.
Eigentlich kam der gebürtige Dresdner aus dem Wassersport. Doch mit der Idee für sein eigenes Unternehmen wuchs auch sein Interesse am Fahrrad. "Davor bin ich immer nur mal von A nach B mit dem Rad gefahren."
Die Gründungsidee entstand während seines Studiums, denn viele in Pauls Umfeld waren bereits passionierte "Gravelbiker". "Ich wollte unbedingt was Eigenes machen. Drei Viertel der Marken sind teuer und der Rest ist Discounter-Ware."
Los ging es für das Start-up 2019 mit einer Satteltasche. "Ich hab im Sommer eine Hochfrequenz-Schweißmaschine gekauft und dann einfach erst mal angefangen. Es war alles ganz naiv. Ich hatte mich hoffnungslos verzettelt."
Denn neben der Produktion kümmerte sich der Gründer auch um Logistik, Versand und Kundenservice.
Heute besteht das Rovativ-Team aus insgesamt vier Köpfen
2022 beendete Müller sein Elektrotechnik- und Maschinenbau-Studium. Als er dann seinen Job als Lehrer anfing, merkte er schnell: "Ich muss mich für eins entscheiden. Ich war zwölf Wochen verbeamtet und hab dann gekündigt und mich Ende 2022 dann komplett dem Unternehmen gewidmet."
Heute besteht das Rovativ-Team aus insgesamt vier Köpfen, die Produktion ist ausgelagert.
Besonders gefragt sind Sattel-, Oberrohr- und Rahmentaschen sowie die Lenkerrolle. Zusammengenommen bieten die Taschen für 160 Euro 22,5 Liter Stauraum. Genug für eine ausgedehnte Sommertour mit ultraleichter Ausrüstung.
"Es hat drei Jahre gedauert, bis wir überhaupt schwarze Zahlen geschrieben haben." Lieferengpässe nach dem verstopften Suezkanal verschärften die Lage. "Ich hatte damals sogar mein Auto verkauft, um noch mal 5000 Euro ranzubekommen."
Heute würde Müller es genauso wieder machen und auch anderen Start-up-Gründern empfehlen: "Ich bin es relativ unperfekt angegangen und hab nicht lange überlegt. Egal, ob das Logo gleich perfekt ist."