Jahrhundertealte Tradition: Dresden feiert Mitte Februar Elbvenezianischen Carneval

Dresden - Prächtige Kostüme und geheimnisvolle Masken - wer denkt da nicht an den Karneval in Venedig?! Doch auch in Dresden blickt die Lust am Verkleiden auf eine jahrhundertealte Tradition. Dem geht der Dresdner Historiker Christoph Münch in seinem neuen Buch "Dresdner Lustbarkeiten. Geschichten zum Carneval" (BoD, 19 Euro) von der höfischen Fastnacht zum Elbvenezianischen Carneval nach - und es bleibt nicht bei der Theorie!

Der Historiker Christoph Münch beschreibt in seinem aktuellen Buch die Lustbarkeiten am Dresdner Hof.
Der Historiker Christoph Münch beschreibt in seinem aktuellen Buch die Lustbarkeiten am Dresdner Hof.  © PR

"Es gibt unheimlich viel Material, bis zu 600 Seiten dicke Bände, im Staatsarchiv. Es gibt Hoftagebücher, Anweisungen für die Feste. Wir wissen ganz genau, was gekocht wurde und wo die Gäste übernachteten", sagt Münch begeistert.

"Der Dresdner Carneval wurde erstmals 1533 unter Kurfürst Moritz gefeiert und entfaltete im 17. und 18. Jahrhundert seine größte Pracht - geprägt von prunkvollen Ringrennen, opulenten Opern, Maskenbällen und Festen venezianischer Lustbarkeit."

In zwölf Episoden lässt Münch diese Tradition auf 198 Seiten auferstehen, erzählt über Feste der Kurfürsten und Kurfürstinnen - von Moritz von Sachsen über August den Starken bis Maria Antonia Walpurgis.

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Apropos: Von August dem Starken ist eine Abbildung überliefert, die ihn anno 1722 als Scaramuzz (Figur des Volkstheaters Commedia dell’arte) zeigt.

August der Starke anno 1722 als Scaramuzz.
August der Starke anno 1722 als Scaramuzz.  © Sächsisches Staatsarchiv
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Am 14./15. Februar wird der Elbvenezianische Carneval in Dresden gefeiert.
Am 14./15. Februar wird der Elbvenezianische Carneval in Dresden gefeiert.  © 123RF
Zum Umzug des Elbvenezianischen Carnevals gehört eine Tanzpause im Stallhof.
Zum Umzug des Elbvenezianischen Carnevals gehört eine Tanzpause im Stallhof.  © imago/Sylvio Dittrich
Unter Kurfürst Moritz wurde der Karneval in Dresden erstmals erwähnt.
Unter Kurfürst Moritz wurde der Karneval in Dresden erstmals erwähnt.  © Gemälde Lucas Cranach d. J.

Ab April eine neue Dauerausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen

Opulent kostümiert und natürlich mit Masken spazieren die Liebhaber des Elbvenezianischen Carnevals durch die Altstadt.
Opulent kostümiert und natürlich mit Masken spazieren die Liebhaber des Elbvenezianischen Carnevals durch die Altstadt.  © imago/Sylvio Dittrich

Münch selbst wird beim 5. Elbvenezianischen Carneval am 14. und 15. Februar als maskierter Moritz von Sachsen durch die Altstadt flanieren.

"Wir erwarten ungefähr 150 opulent kostümierte Karnevalisten", so Bernd Hoffmann von der gleichnamigen Initiative. Hoffmann führt den Umzug am 14. Februar (11 Uhr, ab Neumarkt) als Friedrich August Graf von Cosel an.

Einmalig lädt die Initiative am 15. Februar (15.30 Uhr) zu einer musikalischen Zeitreise mit KiKA-Moderator Juri Tetzlaff, dem "ensemble frauenkirche dresden" und Kantor Matthias Grünert ein. Infos unter: elbvenezianischercarneval.de

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Wer vom Karneval-Fieber angesteckt wurde, sollte sich die neue Dauerausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen, "Masken und Kronen", vormerken.

Diese zeigt ab April im Präpositionssaal und im Großen Ballsaal des Residenzschlosses Zeugnisse der Festtradition am Dresdner Hof.

Titelfoto: Montage: PR, IMAGO/Sylvio Dittrich

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