Für den spektakulären Bühnen-Cancan: Operetten-Schneider nähen XXL-Röcke
Dresden - Rock und Beine hoch! Wenn Cancan im 2/4-Takt getanzt wird, blitzt die Unterwäsche! Auch in der neuen Inszenierung der Franz-Lehár-Operette "Die lustige Witwe", die am 7. März in der Dresdner Operette Premiere feiert.
Der Cancan entstand um 1830 in Paris. Im berühmten Varieté "Moulin Rouge" gehört er bis heute zu den Attraktionen. Auf der Dresdner Bühne überrascht er in Kürze mit ganz außergewöhnlichen Dimensionen. Denn die Röcke der zwölf Grisetten haben einen Durchmesser von rund drei Metern!
Beim Nähen der Kostüme versanken die Mitarbeiter der Kostümschneiderei der Operette in einer wahren Wolke aus Rüschen und Stoff.
Gewandmeisterin Katrin Falkenberg (60) weiß es ganz genau: "Für die Außenröcke haben wir 100 Meter Taft verwendet und aus 600 laufenden Metern Organza in verschiedenen Pink-Tönen 3600 Streifen für die Rüschen gerissen. Aneinandergereiht würden sie eine Länge von über 5000 Metern ergeben."
Und das war erst der Anfang der Arbeit. "Die Streifen wurden dann per Hand zu Rüschen gerafft und genäht. Jeder Rock wurde mit 420 Metern Rüsche bestückt", ergänzt Gewandmeisterin Annette Opitz (55).
"Die lustige Witwe" in Dresden: Viel Arbeit und Geld für Röcke
Vier bis fünf Tage Arbeit stecken in jedem XXL-Cancan-Rock, der es fertiggestellt auf ein Gewicht von rund fünf Kilo bringt. "Über 50 Prozent unseres Gesamtbudgets für die Kostümstoffe stecken in diesen Röcken", verrät Katrin Falkenberg.
Insgesamt wurden für die Sänger und Tänzer der Inszenierung nach den Entwürfen von Kostümbildnerin Saskia Wunsch (45) rund 80 Kostüme neu genäht oder aus dem Fundus aufgepeppt.
Für einige Gewänder wurde sogar Stoff extra bedruckt - im Look der bunten Schlafsäcke aus den 70er-Jahren. Der Blick in die Schneiderei verspricht eine farbenprächtige Aufführung!
Bis zum Spielzeitende wird "Die lustige Witwe" 14-mal aufgeführt. Infos: staatsoperette.de
Titelfoto: Eric Münch

