"Karajan vom Schillerplatz" ist jetzt ein Held im Buch

Dresden - Viele Dresdner erinnern sich bis heute an ihn. Mit Eleganz und Stil dirigierte Hauptwachtmeister Günther Jacob (75) von 1979 bis 1994 den Verkehr am Schillerplatz. Kein Wunder, dass der Verkehrspolizist liebevoll von Autofahrern wie Fußgängern "Der Karajan vom Schillerplatz" genannt wurde. So titelt auch Verleger und Autor Prinz Rupi (74, bürgerlich Wilhelm Ruprecht Frieling) sein jüngstes Buch, das im Dresdner Ultra Violett Verlag (176 Seiten, 20 Euro) erschienen ist.

Wilhelm Ruprecht Frieling (74) alias Prinz Rupi - das sind über 50 eigene Bücher, über 10.000 verlegte Autoren und das Rezensionsportal Literaturzeitschrift.de.  © PR

Im Buch skizziert Prinz Rupi in 18 überaus unterhaltsamen Porträts außergewöhnliche Persönlichkeiten in Deutschland.

"Durch einen befreundeten Konzertmeister der Semperoper bin ich auf den Karajan vom Schillerplatz aufmerksam geworden", verrät der Autor, der in Berlin und Leipzig heimisch ist.

"Es war nicht ganz einfach, Günther Jacob ausfindig zu machen, aber ich habe es geschafft und mich mit ihm getroffen. Dieser sehr bescheidene Mann hat mir bewiesen, dass man auch in einer Uniform und an einem kleinen Platz Positives bewirken kann - er hatte sicher keinen leichten Job."

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"Der Karajan vom Schillerplatz" ist im Dresdner Verlag Ultra Violett erschienen.  © PR

Die Karajan-Geschichte sprüht vor Erzählfreude

Der echte "Karajan vom Schillerplatz": Günther Jacob (75). Bevor er im März 2011 in den Ruhestand ging, durfte er noch einmal den Verkehr "dirigieren". (Archivfoto)  © Andre Wirsing

Jacob sicherte sich nicht nur die Sympathie des Autors, sondern auch den Buchtitel - und reiht sich unter anderem mit dem Hauptmann von Köpenick, Wilhelm Busch, der Hochseil-Artistenfamilie Traber oder dem Brandenburger König von Schloss Lilllliput zwischen den Hardcover-Umschlag.

Die Karajan-Geschichte sprüht vor Erzählfreude und Details aus dem DDR-Alltag. Der "Westberliner" Frieling kennt die TV-Serie "Verkehrskompass", "Rostquietsch" und Zehn-Mark-Schein mit Clara Zetkin aus seiner Zeit als Reisekorrespondent, in der er oft in der DDR unterwegs war.

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