Kost und Unterkunft gegen Kreativität: Künstlerin verwandelt Atelier in WG

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Dresden - Große Büsten und Figuren aus Keramik bevölkern das Atelier von Künstlerin Erika Walther (74). Dort, wo zu DDR-Zeiten giftgrüne Kurvenlineale in den Klotzscher Baracken des VEB Mantissa hergestellt wurden, hat künstlerische Freiheit Einzug gehalten. Und die teilt Erika Walther gern mit anderen.

Künstlerin Erika Walther (74) mit ihren großen Keramik-Skulpturen im Klotzscher Atelier.
Künstlerin Erika Walther (74) mit ihren großen Keramik-Skulpturen im Klotzscher Atelier.  © Holm Helis

Einmal im Jahr lädt die Wahl-Dresdnerin auf eigene Kosten Künstler zu einem zweiwöchigen Arbeitsaufenthalt ein.

"Ich stelle die Unterkunft, sorge für Essen, Arbeitsmaterial und organisiere am Ende eine Ausstellung. Diese Art der gemeinsamen Arbeit habe ich in Dänemark kennen- und schätzen gelernt", erzählt Erika Walther. "Dreimal war ich selbst ein Artist in Residence, in Gludsted und zweimal in Malmö. Das hat mich sehr inspiriert und deshalb wollte ich auch selbst Gastgeber sein."

Gleich elf Künstler quartieren sich ab 25. August bei der studierten Grafik-Designerin ein. Ein Künstler fliegt sogar aus Brasilien ein.

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Sie alle leben und arbeiten inmitten der Kunstwerke von Erika Walther - in einem gleichermaßen wundervoll-beflügelndem wie auch einfach-improvisierten Baracken-Ambiente.

Erika Walther macht die Betten für ihre Künstler-Gäste. Das Regal an der Wand ist gefüllt mit ihren Arbeiten.
Erika Walther macht die Betten für ihre Künstler-Gäste. Das Regal an der Wand ist gefüllt mit ihren Arbeiten.  © Holm Helis
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In dieser Baracke wurden zu DDR-Zeiten Kurvenlineale wie diese produziert.
In dieser Baracke wurden zu DDR-Zeiten Kurvenlineale wie diese produziert.  © Fotomontage: Holm Helis

"Ich modelliere nicht", stellt die Künstlerin klar

Charakterstarke Büsten von Erika Walther.
Charakterstarke Büsten von Erika Walther.  © Holm Helis

In ihrem zweiten Studium (Lehramt Kunsterziehung) kam Erika Walther in Berührung mit ganz verschiedenen Kunstrichtungen und Materialien. Sie kann aus allen noch etwas zaubern.

In die grünen Lineal-Plastikplatten ritzt und schabt sie Strukturen, die dann in einer umfunktionierten Wäschemangel gedruckt werden. Doch die Arbeit mit keramischen Platten hat es ihr besonders angetan.

Wohlgemerkt: "Ich modelliere nicht", stellt die Künstlerin (www.erikawalther-kunstforum.de) klar.

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"Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht der Mensch in seiner Vielschichtigkeit. Dessen Charakterzüge und Eigenheiten herauszuarbeiten, fasziniert mich immer wieder aufs Neue."

Für die alten Linealplatten fand Erika Walther neue Verwendung.
Für die alten Linealplatten fand Erika Walther neue Verwendung.  © Holm Helis
Auch Schauspielerin Kati Grasse (r.) schwärmt für die Arbeiten von Erika Walther.
Auch Schauspielerin Kati Grasse (r.) schwärmt für die Arbeiten von Erika Walther.  © Holm Helis

Erika Walthers Kunstwerke und die ihrer Gäste werden (nur) am 3. September im Kulturforum "riesa efau" (Wachsbleichstraße) ausgestellt.

Titelfoto: Holm Helis

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