Künstlerin jahrelang vergessen: Traditions-Handwerk von Dresdner Blümlerin lebt auf

Dresden - Margarete von … wer? Sie hat das traditionelle Handwerk der Sebnitzer Kunstblume revolutioniert, doch kaum jemand in der Stadt kennt ihren Namen. Eine kleine Ausstellung zeigt nun den Nachlass der Dresdner Blümlerin Margarete von Liebenau (1886–1946), die das Schicksal von so vielen Künstlerinnen in der Geschichte teilt.

Kunsthistorikerin und Ko-Kuratorin der Ausstellung Friederike Berger (36) sucht mit dem Team des Frauen*stadtarchivs Dresden gezielt nach Werken von Künstlerinnen, bevor diese verschwinden.  © Petra Hornig

"Viel zu oft bleibt von jung verheirateten Künstlerinnen in der Geschichte nur ein kleiner Bestand zurück", berichtet Friederike Berger (36) vom Frauen*stadtarchiv Dresden, das vor zwei Jahren den Nachlass von Liebenaus Enkelin erhielt und nun erforscht. Ob Musterbücher oder private Briefe, alles wird digitalisiert.

Jahrelang im Sekretär des Ehemanns aufbewahrt, gibt es den 100 Jahre alten Nachlass jetzt in der Ausstellung mit dem Titel "Künstlerisch nicht künstlich" im Jägerhof zu sehen.

Er zeigt erstmals Einblicke in Leben und Werk einer weitgehend unbekannten Dresdnerin. Fasziniert von der Botanik, fand von Liebenau viel Freude daran, ihre Kunst auf Textil zu bringen.

Anzeige
Rosen einfach nachzuformen wollte Margarete von Liebenau nicht, wie diese kubistische Blume veranschaulicht.  © Petra Hornig
Zu sehen sind jede Menge Kunstwerke von Margarete von Liebenau …  © Petra Hornig
… wie dieses Exemplar …  © Petra Hornig
... oder diese Sebnitzer Kunstblume.  © Petra Hornig

Für Interessierte bietet das Frauen*stadtarchiv Dresden am 7. November eine Führung durch die Ausstellung im Jägerhof an. 15 Uhr, 5 Euro, zzgl. Museumseintritt.

Mehr zum Thema Dresden Kultur & Leute: