Zertrümmerter Delfin von der Brühlschen Terrasse wieder heil
Dresden - Er gehört zu den beliebtesten Fotomotiven von Touristen und zählt zu den schönsten Orten der Dresdner Altstadt: der Delphinbrunnen auf der Brühlschen Terrasse. Im Juli wurde er vorsätzlich beschädigt. Nun reitet der Putto, eine Sandsteinfigur mit kindlicher Statur, wieder zweiflüglig auf dem Delfin.
Der 4,8 Kilogramm schwere Flügel des Putto fiel nicht einfach von allein ab.
Die erfahrene Restauratorin Dana Krause (48) glaubt auch nicht, dass sich jemand für ein Erinnerungsbild an den Engel gehängt haben könnte: "Hier wurde ein Werkzeug mitgebracht und es wurde darauf eingeschlagen."
Nur so sei der Abfall des Flügels und weitere Abplatzungen im Sandstein des Figurenensembles zu erklären.
Im September erhielt Dana Krause den Auftrag, die Figur am Brunnen zu reparieren. Zunächst reinigte sie die vom Vandalismus betroffenen Schadstellen und Bruchstücke "mit einem Mikrodampfstrahlgerät unter maximalem Erhalt der Steinsubstanz".
Anschließend wurde der beschädigte Flügel befestigt. Dafür kamen ein spezieller Klebstoff und eine zusätzliche Edelstahl-Armierung zum Einsatz, die in den Stein eingesetzt wurde.
Wer den Delfinbrunnen beschädigt hat, ist unklar
Auch Sonja Bretschneider (49), Restauratorin bei den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten, freut sich über die schnelle Wiederherstellung des Brunnens. Bei der Restaurierung von Denkmälern könnten sich manche Prozesse über Jahre hinziehen.
Beim Delfinbrunnen hätten gleich drei Faktoren die zügige Reparatur ermöglicht: "Hier war viel Vertrauen da zwischen den beteiligten Menschen, zudem das Geld in den Kassen, um die Arbeit möglich zu machen."
Außerdem sei spürbar gewesen: "Dieser Brunnen lag allen Vertretern der einzelnen Institute am Herzen." Die Kosten für die Restaurierung beliefen sich auf eine mittlere vierstellige Summe.
Wer den Delfinbrunnen beschädigt hat, ist weiterhin ungeklärt. Wie die Dresdner Polizei abschließend mitteilt, konnten die für den Vandalismus verantwortlichen Täter nicht ermittelt werden.
Titelfoto: Eric Münch

