Mit diesen Highlights startet die Staatsoperette in neue Saison
Dresden - Wenn am Samstag die neue Spielzeit der Staatsoperette Dresden beginnt, liegt mehr als ein Hauch von Hollywood-Glamour, Nostalgie und politisch aufgeladener Illusionskunst über der Szene. Die Saison will das Theater und seine Vorführungen feiern.
Alles in Kürze
- Staatsoperette Dresden startet neue Saison
- Spielzeit feiert Theater und Vorführungen
- Uraufführung: "Simsalabim - Das magische Leben des Dr. Schreiber"
- Neue Produktionen und Konzerte in der Saison 2025/26
- Zusammenarbeit mit Theater Junge Generation intensiviert

"showtime!" ist das Motto des ersten Programms, ein "Schnelldurchlauf" dessen, was in den kommenden Monaten bevorsteht.
So richtig los geht es am 13. September mit dem zweiten Sommernachtsball unter dem Motto "Traumfabrik Hollywood", tags darauf folgt die Eröffnungspremiere: Ralph Benatzkys Operette „Kinostar!“ alias „Axel an der Himmelstür“ - eine kriminalistische Liebeskomödie, die an einem Filmset spielt.
Gespielt wird die Neufassung von Peter Lund und Kai Tietje, die musikalische Leitung liegt bei Chefdirigent Michael Ellis Ingram (40), es inszeniert der Leitende Regisseur des Hauses, Matthias Reichwald (44).
Wie ein kompositorisches Echo auf die eigene Geschichte klingen zwei gewichtige Wiederauferstehungen: "Evita" - einst DDR-Premiere 1987 - feiert am 8. November Comeback.
Und "Die lustige Witwe", das 1947 erste Stück des neu gegründeten Theaters, wird am 7. März 2026 in neuer szenischer Frische wiederbelebt.
Diese Uraufführung ist der Höhepunkt

Wohl der Höhepunkt und programmatisches Zentrum der Saison ist die Uraufführung: "Simsalabim - Das magische Leben des Dr. Schreiber", eine musikalische Biografie des Illusionisten Kalanag, der als "Magier des Führers" Karriere in der Nazizeit machte.
Ein Stoff zwischen politischer Macht, Illusion und Verführung. Elena Kats-Chernin hat die Musik komponiert. "Wir haben uns seit zwei Jahren mit dem Stoff beschäftigt", sagte Intendantin Kathrin Kondaurow anlässlich der Vorstellung des Spielplans.
Sie kündigt einen "Mix aus Biopic und Show" an, ein Spektakel mit Bürgerchor, Kinderchor und Zaubertricks. Premiere ist am 16. Mai 2026.
Die musikalische Palette der Saison ist bunt gemischt, etwa mit der Johann-Strauß-Gala zum 200. Geburtstag des Komponisten (25. Oktober), dem Neujahrskonzert "Das gibt’s nur einmal" mit Musik jüdischer Komponisten sowie weiteren Konzerten.
Insgesamt ist in der Saison 2025/26 - als Konsequenz aus der schwierigen Finanzlage der Stadt - eine Neuproduktion weniger als sonst zu verzeichnen.
Zusammen mit Theater Junge Generation: Neues Abendformat geplant
Die Spielzeit sei eine "Symbiose aus Unterhaltung und Zeitgeschehen", so Kathrin Kondaurow.
Unter dem Motto "Mind the Gap!" veranstaltet das Theater im November in Vernetzung mit Wissenschaft und Forschung ein Symposium zu musikalischen Komödien und Faschismus.
In enger Verbindung steht das, wie etwa auch das Neujahrskonzert, zum "Jahr der jüdischen Kultur", das 2026 in Sachsen begangen wird. Kondaurow: "Dieses Gedenkjahr ist uns ein zentraler Leitfaden."
Nicht zuletzt intensivieren Staatsoperette und Theater Junge Generation - beide befinden sich unter demselben Dach des Kulturkraftwerks - die Zusammenarbeit.
Unter dem Motto "Let's Fetz" entsteht ein neues Abendformat mit zunächst drei Terminen.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Staatsoperette Dresden