Dresden – Es war ein Abend voller Nostalgie, klang aber taufrisch: Orchestral Manoeuvres in the Dark (kurz: OMD) machten am Donnerstag in der ausverkauften Jungen Garde Station und heizten den knapp 5000 Fans voller Energie ein. "Sommer of Hits 2026" heißt die Tour der Synthiepop-Legenden, und das Motto war Programm: Es gab Hits, Hits, Hits – und davon haben OMD ja reichlich.
Rund 46 Jahre dauert bereits die Karriere von OMD. Die Formation zählt neben Human League, Ultravox oder New Order zur ersten Generation britischer Elektropop-Bands. Die kreativen Köpfe Andy McCluskey (67) und Paul Humphreys (66) verstanden sich dabei stets in der futuristischen Tradition von Kraftwerk, haben indes nie die süße Melodie gescheut, selbst wenn sie Atombombenabwürfe besagen („Enola Gay“).
Ihre erste Single "Electricity" stamme aus 1979, sagte Sänger McCluskey ganz am Ende und stellte fest: "We’re so fucking old", was das Publikum – mehrheitlich Ü50 – amüsiert belachte. Doch spielte das Alter keine Rolle bei diesem temperamentvollen Konzert:
Während Humphreys meist am Keyboard stand und nur zweimal sang, tobte McCluskey vor farbenprächtiger Lichtshow energiegeladen über die Bühne, hüpfte und animierte zum Mitklatschen: "Wir tanzen zusammen!"
21 Songs standen auf der Setlist, die selbst Menschen kennen dürften, die keine eingefleischten OMD-Fans sind. Nur zwei Titel waren jüngeren Datums, daneben machte man keine Experimente, sondern spielte sich quer durch die Bandgeschichte: Von "Souvenir und "Messages" über "Tesla Girls", "So In Love" und das Doppel "Joan of Arc" / "Joan of Arc (Maid of Orleans)“"bis zu "Talking Loud and Clear" oder "(Forever) Live and Die" – es blieben kaum Wünsche offen.
Die teils jahrzehntealten Hits klingen dabei nicht von Gestern, sondern wirken noch immer extrem modern.
Eine wunderbare, generationenübergreifende Synthiepop-Party.