Moritzburg - Das Moritzburg Festival spielt seit Samstag zum 34. Mal. Spielort ist wie immer das Schloss Moritzburg, seit der Corona-Zeit geht man am liebsten auf der Nordterrasse zu Werke. So war es beim Eröffnungskonzert am Samstag und beim Konzert am Freitag "Elbe 1", beim zweiten Konzert "Seine" am Samstag und auf dem Weg "Vom Hudson River bis zum Mississippi" am Sonntag.
Letzteres das "abenteuerlichste", weil in seiner Vielfalt ungewöhnlichste Programm des Jahrgangs, wie der Cellist und künstlerische Leiter des Festivals, Jan Vogler (62), feststellte.
Amerika, die USA, bildete die Klammer für die Werke, die mit dem 5. Streichquartett von Philip Glass, dem Streichquartett "Four for Tango" von Astor Piazzolla und dem Streichquintett Es-Dur von Anton Dvořák eine Auswahl vorstellten, die im Rahmen eines Kammermusikfestivals nicht überraschen.
Umso mehr trifft das Attribut "ungewöhnlich" in diesem Rahmen auf Harry Warrens "Chattanooga Choo Choo" (Sonderzug nach Pankow!), George Gershwins "Summertime" und Elvis Presleys "Can't Help Falling in Love" zu, die Vogler lustvoll mit der Pianistin Marie Sophie Hauzel sowie in Quintett-Besetzung darbot.
Diese populären Nummern sind eine Referenz an das neue Album des Cellisten, "Memories", bei dem persönliche Erinnerungen in Gestalt von Stücken, die biografisch bedeutend waren für Vogler, Programm sind. Das Album wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr erscheinen, doch kommen seit einigen Monaten regelmäßig einzelne Aufnahmen als Singles auf den Markt.
Nächstes Konzert hat die "Moldau" als Referenz
Gehaltvollstes Werk des Abends war Dvořáks Streichquintett Es-Dur op. 97, 1893 während eines Aufenthalts des Komponisten in Iowa entstanden. Die Musik ist voller Wärme, Energie und eingängiger Melodien. Tänzerische Rhythmen und Anklänge an die Musik, die Dvořák in Amerika kennenlernte, machen den Charakter des Stücks aus.
Besonders schön ist das Andante mit seiner fast sehnsüchtigen Melodie. Insgesamt strahlt das Stück Lebensfreude und Innigkeit aus, von den Musikerinnen und Musikern nahe der Vollendung gespielt.
Am Dienstagabend (19.30 Uhr) ist wieder Termin, diesmal ist eine andere Flusslandschaft Referenz, die "Moldau". Kompositionen von Bedřich Smetana, Erwin Schulhoff und wiederum Anton Dvořák sind zu erleben.