Nachlass von "Wanda" Reichardt: Dresdner Galeristin wird selbst zur Ausstellung
Dresden - Vor fünf Jahren starb die Dresdner Galeristin und Kunstvermittlerin Claudia "Wanda" Reichardt (†59). Das Dresdner Stadtarchiv hat ihren Nachlass übernommen und zeigt ihr Werk nun in einer multimedialen Ausstellung.
Gemälde, Skizzen, Schriftzüge und Videos sind Teil der Ausstellung, die am Dienstag eröffnet wird. Eine KI hat auf Grundlage der Handschrift der verstorbenen Künstlerin Zitate aufbereitet, die am oberen Rand der Wände angebracht sind.
"Scheiß Grenzen ... ich will keine Grenzen" oder "... verdammt bitter, sich in dieser gesellschaft zu einem gescheitertem versuch zu bekennen ..." sind dort zu lesen und wirken weiterhin aktuell ...
In der DDR-Zeit galt Wanda als Vorreiterin der kulturellen Untergrundbewegung. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (47, Linke) würdigt die Ausstellung: "Der Nachlass von Claudia Reichardt macht die Stadtgeschichte und die Zeit des politischen Umbruchs aus einem künstlerischen wie persönlichen Blickwinkel erlebbar."
1985 hatte Claudia Reichardt die Leitung des Studentenclubs "Wendel" an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) übernommen. 1986 zeigte sie Ausstellungen in der Villa Marie.
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1990 zogen die letzten Mieter und Künstler dort aus. Wanda arbeitete jedoch bis zu ihrem Tod weiter.
Die Ausstellung im Stadtarchiv ist bis Ende Januar zu sehen. Geöffnet ist wochentags ab 9 Uhr. Eintritt frei.
Titelfoto: Montage: Stefan Häßler (2)
