Nachwuchs für altes Handwerk gesucht: Dresdens Steinmetze meißeln an ihrer Zukunft

Dresden - Ohne sie wäre Dresden nicht Elbflorenz: Ob Frauenkirche oder Zwinger - seit Jahrhunderten formen und erhalten Steinmetze unser prächtiges Stadtbild.

In der Ausstellung "Steinmetzhandwerk zwischen Tradition und Moderne" gibt es beeindruckende Gesellenstücke zu bestaunen.  © Eric Münch

Beim Aktionstag im Zentrum für Baukultur (ZfBK) im Kulturpalast wurde klar: Handwerk heißt nicht nur hämmern - heute trifft Hightech auf jahrhundertealte Tradition.

"Da wir immer wieder Aktionstage veranstalten, hatten wir überlegt, das mit der aktuellen Ausstellung im ZfBK zu verbinden - die Ferien sind dafür optimal", erklärt Jens-Torsten Jacob (61), Chef des Landesverbandes der Steinmetze.

Die Idee: Junge Leute davon begeistern, wie man mit seiner Hände Arbeit Geld verdienen kann... und sie dabei selbst frisch ans Werk gehen lassen.

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Digitale Verfahren, hohe Nachfrage und finanzielle Sicherheit: Steinmetze sind für die Zukunft gewappnet.

Und das Interesse an einem der ältesten Berufe der Welt nehme unter jungen Erwachsenen spürbar zu, meint Jacob: "Man kann sich nicht sicher sein, ob ein Verwaltungsjob in drei Jahren noch da ist oder von der KI ersetzt wurde."

Rund 30 Lehrlinge - darunter zunehmend auch Frauen - starten pro Jahr in Sachsen. Sie wollen Werke erschaffen, die die Zeit überdauern.

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Auch klassische Werkzeuge wie Bossentreiber und Spitzeisen werden in der Ausstellung gezeigt.  © Eric Münch
Steinmetz Johannes Massino (38) begeistert Schülerin Elly Hartung (14) von der Arbeit am Stein.  © Eric Münch
Blickt optimistisch in die Zukunft: Geschäftsführer des Sächsischen Steinmetz-Verbandes Jens-Torsten Jacob (61).  © Eric Münch

Wahl-Dresdner Johannes Massino ist stolz auf seine Arbeit

Wie der Weg zum Steinmetz aussehen kann, zeigt Johannes Massino (38). Der Wahl-Dresdner leitet am Aktionstag Jugendliche an. An einem solchen packte ihn einst selbst die Begeisterung für den Beruf: "Da habe ich gemerkt, dass ich körperlich arbeiten will."

Seit zehn Jahren nun ist er Geselle und hat an Top-Adressen seine Spuren hinterlassen: "Es ist total cool, mit Familie und Freunden da vorbeizugehen und zu sagen: Guckt mal, das hab ich gemacht!" Massinos ganzer Stolz: Er restaurierte zwei der neuneckigen Brunnen im Innenhof des Zwingers.

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