Dresden - Ohne sie wäre Dresden nicht Elbflorenz: Ob Frauenkirche oder Zwinger - seit Jahrhunderten formen und erhalten Steinmetze unser prächtiges Stadtbild.
Beim Aktionstag im Zentrum für Baukultur (ZfBK) im Kulturpalast wurde klar: Handwerk heißt nicht nur hämmern - heute trifft Hightech auf jahrhundertealte Tradition.
"Da wir immer wieder Aktionstage veranstalten, hatten wir überlegt, das mit der aktuellen Ausstellung im ZfBK zu verbinden - die Ferien sind dafür optimal", erklärt Jens-Torsten Jacob (61), Chef des Landesverbandes der Steinmetze.
Die Idee: Junge Leute davon begeistern, wie man mit seiner Hände Arbeit Geld verdienen kann... und sie dabei selbst frisch ans Werk gehen lassen.
Digitale Verfahren, hohe Nachfrage und finanzielle Sicherheit: Steinmetze sind für die Zukunft gewappnet.
Und das Interesse an einem der ältesten Berufe der Welt nehme unter jungen Erwachsenen spürbar zu, meint Jacob: "Man kann sich nicht sicher sein, ob ein Verwaltungsjob in drei Jahren noch da ist oder von der KI ersetzt wurde."
Rund 30 Lehrlinge - darunter zunehmend auch Frauen - starten pro Jahr in Sachsen. Sie wollen Werke erschaffen, die die Zeit überdauern.
Wahl-Dresdner Johannes Massino ist stolz auf seine Arbeit
Wie der Weg zum Steinmetz aussehen kann, zeigt Johannes Massino (38). Der Wahl-Dresdner leitet am Aktionstag Jugendliche an. An einem solchen packte ihn einst selbst die Begeisterung für den Beruf: "Da habe ich gemerkt, dass ich körperlich arbeiten will."
Seit zehn Jahren nun ist er Geselle und hat an Top-Adressen seine Spuren hinterlassen: "Es ist total cool, mit Familie und Freunden da vorbeizugehen und zu sagen: Guckt mal, das hab ich gemacht!" Massinos ganzer Stolz: Er restaurierte zwei der neuneckigen Brunnen im Innenhof des Zwingers.