Schauspieler Roland Jankowsky kommt für eine Lesung nach Dresden: Mehr als Overbeck
Dresden - Man kennt ihn als den Mann, der bei "Wilsberg" zuverlässig von einem Fettnäpfchen ins nächste stapft: Kommissar Overbeck, eifrig, selbstbewusst und dabei immer ein bisschen lächerlich. Seit bald 30 Jahren spielt Roland Jankowsky (58) diese Figur – und hat damit Kultstatus erreicht. 2018 wählten ihn die Fernsehzuschauer zum "coolsten TV-Kommissar Deutschlands".
Der Schauspieler Roland Jankowsky kann mehr als die TV-Rolle Overbeck. Das lässt sich erleben, wenn er auf die Bühne liest. Sechs literarische Soloprogramme hat er im Repertoire, eines davon - "Die kriminellen Geschichten des O ..." - steht nun in Dresden an.
Jankowsky versammelt darin kurze Kriminalgeschichten verschiedener Autoren. Das sind keine blutigen Schocker am laufenden Band, sondern Geschichten mit schwarzem Humor, schrägen Situationen, überraschenden Wendungen und möglichst unerwartetem Ausgang.
Seit zehn Jahren ist der Schauspieler mit Literatur im Gepäck unterwegs. "Ich war damals eingeladen zum Gießener Krimifestival", erinnert er sich im Gespräch mit TAG24: "Das kam gut an."
Inzwischen sind es um die 90 Lesungen im Jahr, die er auf die deutschsprachigen Bühnen bringt. Wobei ihm beim nun angesagten Programm der Overbeck ein bisschen zu Hilfe kommt, insofern der Buchstabe "O" im Titel auf ihn anspielt.
Mehr Overbeck sei nicht, sagt er: "Wen die Leute auf der Bühne erleben, ist der Schauspieler Roland Jankowsky."
Vorlesen, das virtuose Sprachspiel mit fertigen Texten, das die Zuhörer mittels Vorstellungskraft ihre eigenen Bilder entwickeln lässt, ist eine eigene Kunst. Nicht zuletzt muss man, wie Jankowsky, eine wohlklingende und variationsreiche Stimme haben.
Schon in der Schule hätten ihn die Lehrer vorlesen lassen, weil er es gut konnte, erinnert er sich.
TV-Serie "Wilsberg" ist für Roland Jankowsky ein großer Erfolg
Während der Lesung "Die kriminellen Geschichten des O ...", die er gleichwohl als eine Art "Einmanntheater" beschreibt, bleibe er immer am Vorlesetisch, erläutert er: "Alles geschieht mit der Modulation meiner Stimme." Er interpretiert dabei bis zu zehn Charaktere sowie die dazugehörigen Dialekte.
Roland Jankowsky kommt vom Theater. Der 1968 in Leverkusen geborene Schauspieler begann Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre an freien Theatern in Köln und Leverkusen. Nach einem Vorsprechen an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater folgten Engagements am Hamburger TiK und am Schauspielhaus Hamburg, später am Grillo-Theater in Essen.
Auch fürs Kino und Fernsehen arbeitete er bald. Bekannt wurde er unter anderem als Dr. Frank Brummel in der Krankenhaus-Sitcom "Nikola", später folgten Rollen in Serien wie "Dr. Psycho", "SOKO", "Balko" oder "Die Wache".
Dass die ZDF-Serie "Wilsberg" ein so großer Erfolg ist - 90 Folgen sind es bisher, weitere sind abgedreht oder in Arbeit - ist mit Jankowskys Verdienst. Fünf bis sechs Millionen Fans schauen Folge für Folge zu. Overbeck, die komische Figur, die er mit dem gebotenen Ernst und einem perfekten Timing für die Pointe gibt, ist eine Nebenfigur, doch für viele Fans Hauptgrund, um einzuschalten.
Roland Jankowsky wird weitermachen als Overbeck und als lesender Vortragskünstler. Für ihn wie für das Publikum lohnt sich beides.
* Roland Jankowsky: "Die kriminellen Geschichten des O...", 22. September, 20 Uhr, Alter Schlachthof.
Titelfoto: M. Knickriem

