Ungewöhnliche Kamelienschau: Darum ist in diesem Schloss jetzt Winter

Pirna - Total verrückt: Draußen im Park lechzen Blumen und Sträucher bei 30 Grad Sommerhitze nach Schatten und Wasser. Drinnen im Landschloss herrscht Winter. Denn im Kamelienschloss Zuschendorf öffnet heute die Weihnachtsausstellung!

Die Gärtnerinnen Heike Bernert (51, l.) und Sylvia Bär (35) schmücken die Winterausstellung mit frischen Rhododendronblüten.
Die Gärtnerinnen Heike Bernert (51, l.) und Sylvia Bär (35) schmücken die Winterausstellung mit frischen Rhododendronblüten.  © Petra Hornig

Eine riesige Winterlandschaft mit fast 20 Lichterhäuschen erstreckt sich im Saal des Schlosses. Mittendrin thront ein XXL-Schneemann. Er hält eine Rhododendronblüte in der frostigen Hand.

Dutzende pinkfarbene Blüten leuchten auch zwischen den handgemachten Papierhäusern aus dem Erzgebirge. "Das sind alles Leihgaben, die wir eigentlich in der Adventszeit bis in den Januar hinein ausstellen wollten", sagt "Schlossherr" Matthias Riedel (62). "Doch Corona kam dazwischen. Da wir die Exponate zurückgeben müssen, holen wir die Schau jetzt nach."

Wer das Schloss betritt, dem galoppiert als Erstes ein Pferd mit Gevatter Winter in der Kutsche entgegen.

Dresden: Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit VW: Bei der Kontrolle kommt einiges ans Licht
Dresden Crime Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit VW: Bei der Kontrolle kommt einiges ans Licht

Ein zweiter Raum beherbergt alte, fast vergessene Kostbarkeiten aus Werkstätten in Olbernhau und Wünschendorf: filigrane Lichterhäuser aus Papier und Pappe, verziert mit Borten, Eiszapfen und Schneeglitzer auf den Dächern.

"Alles Handarbeit, die es heute nicht mehr gibt", wiegt Riedel den Kopf.

"Schlossherr" Matthias Riedel (62) reicht Robert Marutz (46) grüne Fichtenzweige für den Kopfputz des Pferdes.
"Schlossherr" Matthias Riedel (62) reicht Robert Marutz (46) grüne Fichtenzweige für den Kopfputz des Pferdes.  © Petra Hornig
Das kleine Lichterhaus wurde in liebevoller Handarbeit vom Wünschendorfer Häuselbauer Willy Dehnet (1897-1970) gebaut.
Das kleine Lichterhaus wurde in liebevoller Handarbeit vom Wünschendorfer Häuselbauer Willy Dehnet (1897-1970) gebaut.  © Petra Hornig

Hortensienschau soll 40.000 Besucher erfreuen

Bis 4. Juli (dienstags bis sonntags, 10-17 Uhr, Eintritt: 5/4 Euro) hält der Winter in Zuschendorf Einzug, dann folgt ab 24. Juli die Hortensienschau mit rund 1000 Pflanzen.

"Wir präsentieren die Hortensien in vier Zeitabschnitten: Kaiserzeit, 20er-Jahre, 50er-Jahre und Gegenwart", verrät Riedel, der Geschäftsführer des Fördervereins und zugleich Chefgärtner ist. Die letzte Kamelienschau, für die Zuschendorf so berühmt ist, öffnete kaum, da musste sie im Frühjahr 2020 schon wieder schließen.

2021 fiel sie ebenfalls aus.

Schloss Zuschendorf ist einen Ausflug wert. Es liegt nur eine halbe Autostunde von Dresden entfernt bei Pirna.
Schloss Zuschendorf ist einen Ausflug wert. Es liegt nur eine halbe Autostunde von Dresden entfernt bei Pirna.  © Petra Hornig

Nun hofft Riedel auf florierende Zeiten, in denen sich jährlich rund 40.000 Besucher in Schloss und Park an Kamelien, Hortensien und Azaleen erfreuen.

Titelfoto: Petra Hornig

Mehr zum Thema Dresden Kultur & Leute: