Lieferando-Fahrer protestieren in Dresden: Hausverbot für Demo-Teilnehmer!

Dresden - Lieferstreik in Dresden! Am gestrigen Donnerstagabend legten nach einem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zahlreiche Lieferando-Fahrer von 17 bis 21 Uhr die Arbeit nieder und protestierten für höhere Stundenlöhne. Während die NGG von einer "Lahmlegung des Betriebs" spricht, hat es nach Lieferando-Angaben nur geringe Einschränkungen gegeben.

Für vier Stunden streikten am gestrigen Donnerstag zahlreiche Lieferando-Fahrer in Dresden.
Für vier Stunden streikten am gestrigen Donnerstag zahlreiche Lieferando-Fahrer in Dresden.  © NGG Ost

Unter dem Motto "Liefern am Limit" sollen laut NGG knapp 100 Beschäftigte sowie Unterstützer am Protestlauf teilgenommen haben, der in Richtung Frauenkirche und danach weiter zum Goldenen Reiter zog.

"Wir verdienen Mindestlohn und Lieferando versucht, das mit Zahlentricks schönzurechnen. Die Leute sind sauer", so Kurierfahrer und NGG-Mitglied Alexander Kentop, der gemeinsam mit den Demo-Teilnehmern einen garantierten Stundenlohn von 15 Euro fordert.

Auf TAG24-Anfrage erklärte Lieferando-Sprecher Oliver Klug (46) zum Streik: "Die große Mehrheit unserer Fahrer ist mit Lieferando zufrieden und würde ihren Job weiterempfehlen. Mit durchschnittlich mehr als 14 Euro pro Stunde zahlt Lieferando faire Löhne in einer sicheren, unbefristeten Direktanstellung."

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Weiterhin gibt Klug die Anzahl der am Protest beteiligten Beschäftigten deutlich geringer an, als die NGG: "Rund 30 Fahrer waren beim Streik dabei - ebenso viele haben während der betroffenen Schicht gearbeitet", so der 46-Jährige.

Die Auslieferung sei damit nicht zum Erliegen gekommen. Zumal ein Großteil der Restaurants die Lieferando-Bestellungen ohnehin selbst ausliefern würde.

Die Demo-Teilnehmer forderten einen Tarifvertrag mit einem garantierten Stundenlohn von 15 Euro.
Die Demo-Teilnehmer forderten einen Tarifvertrag mit einem garantierten Stundenlohn von 15 Euro.  © NGG Ost

Hausverbot für Betriebsrats-Mitglied

Auch den Vorwurf der NGG, dass am Donnerstag gegenüber Betriebsräten rechtswidrig Hausverbot erteilt worden sei, bestreitet der Sprecher.

"Ein Mitglied des örtlichen Betriebsrates wollte einen Betrieb betreten und als Streikender weitere Beschäftigte zum Streik aufrufen. Dies gilt als Störung des Betriebsablaufs, die der Arbeitgeber nicht dulden muss und Hausverbot erteilen kann", so Klug. Alles Weitere hätte letztlich die Polizei geregelt.

Unterdessen teilte die NGG mit, dass der Streik in Dresden nur der Anfang gewesen sei. Wenn Lieferando seinen Beschäftigten nicht bald den nötigen Respekt entgegenbringe, werde die Gewerkschaft den Arbeitskampf verschärfen.

Titelfoto: NGG Ost

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