Dresden - Mit viel Tamtam feierten Dresdens Top-Mediziner am Freitag 30. Geburtstag. So lange ist es her, dass zum ersten Mal Nieren und Stammzellen in der Uniklinik transplantiert wurden. Heute spielt das Transplantationszentrum in Dresden in der Spitzenliga.
Im Schnitt werden hier knapp 50 Nieren und 129 Stammzellen pro Jahr transplantiert - ergibt 1400 Nieren (darunter 280 Lebendnieren) und rund 4000 Stammzellen seit 1995.
Nicht immer verlaufen diese Transplantationen erfolgreich - geht alles gut, schenken sie schwer kranken Menschen ein zweites Leben.
So wie Carola Menzel (60) aus Markersdorf bei Görlitz, die 1994 an Leukämie erkrankte. Da war sie gerade 29 Jahre alt, trug Verantwortung für zwei kleine Kinder. "In der Klinik meinte der Arzt, eine Stammzellspende sei meine einzige Chance."
In der Tat: Dank Stammzellen ihres Cousins überlebte Carola Menzel den Blutkrebs. Professor Martin Bonhäuser (59) führte die lebensrettende Transplantation im Sommer 1995 durch. Er betont: "Transplantationen mit jungen Spendern sind oft erfolgreich. Wir appellieren an alle jungen Menschen, sich registrieren zu lassen."
Rund 400 Sachsen warten auf ein neues Organ
Auch Organspender werden laufend gesucht, rund 400 Sachsen warten aktuell auf ein neues Organ.
Bei Lebendnierenspenden wird an der Dresdner Uniklinik seit vergangenem Jahr übrigens mithilfe von Robotern operiert. Die Uniklinik beteiligte sich an wichtigen Studien, entwickelte ein Screening-Tool zur Spendererkennung.
"Unser 30-jähriges Jubiläum ist Ausdruck von Hoffnung, medizinischem Fortschritt und Menschlichkeit. Was als Pionierarbeit begann, hat jetzt Weltniveau", erklärt Klinikchef Professor Uwe Platzbecker (55) selbstbewusst.