Alleen strahlen leuchtend gelb, doch der Gestank nervt Anwohner
Dresden - Leuchtend gelb strahlen derzeit wieder die Gingko-Alleen der Landeshauptstadt.
Mit der Bachstraße in der Neustadt und der Hans-Sachs-Straße in Pieschen verfügt Dresden sogar über zwei der ältesten in ganz Deutschland. Aber wer dort unterwegs ist, weiß auch: Die Schönheit sorgt für großen Gestank.
Verantwortlich hierfür sind die weiblichen Vertreter der Gattung, da sie Früchte ausbilden.
Wenn diese im Herbst auf den Boden fallen und verrotten, sorgen chemische Substanzen wie Buttersäure in den Schalen für den unangenehmen Geruch nach Erbrochenem.
Dass die Stink-Früchte Nerven kosten, spürt das Rathaus jedes Jahr aufs Neue. Wie die Stadt mitteilt, gehen jährlich Beschwerden zur Geruchsbelästigung ein - allen voran von Anwohnern der bereits genannten Straßenzüge. Deshalb bereitet die Stadt, wie jedes Jahr um diese Zeit, eine Spezialernte vor.
Insgesamt sind nur ungefähr ein Drittel der knapp 600 Dresdner Gingko-Bäume weiblich. Das Problem: Früchte bilden die weiblichen Bäume erst nach etwa 15 bis 20 Jahren aus.
Welches Geschlecht der Baum bei der Pflanzung hat, lässt sich also nicht immer gleich erkennen. Es werden daher vor allem männliche Gingkos nachgepflanzt.
Titelfoto: Foto Koch
