Ballon-Landung mitten im Dresdner Wohngebiet: Pilot erklärt das waghalsige Manöver
Dresden - Ballons am Himmel sind immer ein Spektakel, doch so nah wie die Anwohner in Blasewitz kommen den Fluggeräten wohl nur wenige. Mitten auf der Jüngststraße landete am Montagabend ein Heißluftballon. Pilot Jürgen Hensel (53) erklärt, wie es dazu kam.
Ein gewisses Wagnis ist mit einer Ballonfahrt immer verbunden, denn allein der Wind bestimmt, wohin es geht.
"Ein Ballon hat kein Lenkrad und keine Bremse", erklärt Hensel, seit 30 Jahren Ballonfahrer. "Wir haben abends auf die Prognose des Deutschen Wetterdienstes gesehen, da hieß es: 'ausreichender Wind in großer Höhe'."
So hob er mit sechs Passagieren kurz nach 17 Uhr am Ostragehege ab. Doch gegen 18.45 Uhr sah es dann in der Luft doch etwas anders aus: "Es gab relativ variable Winde", so der Pilot.
"Das heißt, der wehte in alle Richtungen." Nur wurde es langsam bereits dunkel und der Ballon musste landen. Wiesen oder Felder waren nicht zu erreichen - also landete Hensel in der Jüngststraße.
"Die hatte ich mir ausgesucht", so der Pilot. "Das war keine Not-, sondern eine geplante Endlandung."
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Ballon berührte Äste, blieb aber unbeschädigt
Einfach war sie jedoch nicht, und so erreichte ihn bereits am nächsten Tag Fanpost. "Die Leute schrieben, sie hätten noch nie so eine Landung gesehen", sagt er. "Auf einer Wiese könne das ja jeder."
Folglich wurde bei dem ungewöhnlichen Ende der Ballonfahrt auch niemand verletzt. Der Ballon selbst berührte zwar Äste eines Baumes, wurde aber dabei nicht beschädigt. So hatten auch weder Polizei noch Feuerwehr einen Grund auszurücken.
Kurios: Bereits im August 2021 landete derselbe Ballon nur wenige Meter weiter auf der Tittmannstraße in Striesen.
Titelfoto: Roland Halkasch
