Besonderes Gedenken in Dresden: Hier wird 27 Stunden lang aus einem Buch gelesen
Dresden - Am Internationalen Holocaust-Gedenktag bittet das Projekttheater in Dresden zu einer besonderen Form des Erinnerns.
Ab 14 Uhr beginnt am Dienstag, dem 27. Januar, dort die durchgehende Lesung aller Namen aus dem "Buch der Erinnerung", dem Gedenkbuch der von den Nazis in und um Dresden deportierten, ermordeten und verschollenen Jüdinnen und Juden.
Das "Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: deportiert, ermordet, verschollen" bildet die Grundlage für die Gedenklesung. Es versammelt die Namen von mehr als 2000 Menschen - verbunden mit dem Anspruch, ihr Schicksal vor dem Vergessen zu bewahren und die jüdische Geschichte Dresdens im kollektiven Gedächtnis zu verankern.
Die Veranstaltung versteht sich als offene, gemeinschaftliche Aktion: Die Lesung wird fortgesetzt, bis das gesamte Buch vollständig gelesen ist, voraussichtlich über 27 Stunden.
Besucher können zu jeder Zeit eintreten, zuhören oder sich aktiv am Vorlesen beteiligen. 45 Lesende sowie zwei Klassen der Dreikönigsschule machen in halbstündigem Rhythmus mit, ebenso Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke). Der Eintritt ist frei.
"Buch der Erinnerung" offenbart Menschen hinter den Namen
Das "Buch der Erinnerung", das 2006 in erster Auflage und vergangenes Jahr in erweiterter Form erschien, ist Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Gedenkarbeit, an der die Jüdische Gemeinde Dresden und lokale Initiativen beteiligt sind.
Es macht nicht nur die Namen sichtbar, sondern verweist auch auf die Personen hinter den Namen - ihr Leben, ihre Leidenswege und ihren Beitrag zur Stadtgesellschaft, bevor sie verschleppt und ausgelöscht wurden.
Titelfoto: Bildmontage: PR
