Betten auf dem Flur und tagelange Fixierungen? Wirbel um geschlossene Psychiatrie am Uniklinikum

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Dresden - 18 Patienten auf 15 Plätzen, Betten auf dem Flur und Kritik an Fixierungen: Ein Bericht der "Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter" über die geschlossene Psychiatrie des Uniklinikums Dresden sorgt für Wirbel.

Das Gebäude der Psychiatrie im Uniklinikum Dresden.
Das Gebäude der Psychiatrie im Uniklinikum Dresden.  © Norbert Neumann

Die Prüfer besuchten die Station PSY-S1 am 3. September 2025, einer "Akutstation", die auf "Bewältigung akuter psychischer Krisen" ausgerichtet sei, wie die Uniklinik schreibt.

Der Bericht (liegt TAG24 vor) schildert eine häufig überbelegte Station. Bei Platzmangel stünde ein Bett im Flur, bis zu vier "Patienten" teilten sich ein Zimmer. Im Time-Out-Raum fehlten Raum zum Sitzen und Zeit, es sei zudem recht stickig gewesen.

Besonders brisant: Zwischen Januar 2024 und September 2025 seien 186 Fixierungen dokumentiert worden. Mitarbeiter hätten berichtet, dass dabei mehrfach keine Sitzwache anwesend gewesen und stattdessen per Kamera überwacht worden sei.

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Wenigstens eine davon soll ganze zweieinhalb Tage gedauert haben. Die Stelle bescheinigt der Klinik "menschenunwürdige" Zustände.

Die Uniklinik weist das zurück. "Die betreffende Angabe in dem Bericht ist falsch", erklärt die Pressestelle. Bei jeder Fixierung erfolge eine permanente 1:1-Betreuung. Die Aussagen hätten sich auf Isolierungen ohne Fixierung bezogen. Auch eine im Bericht genannte Fixierung über 2,5 Tage sei nicht durchgehend erfolgt, sondern aus mehreren Fixierungszeiten zusammengesetzt gewesen.

Prüfer arbeiteten offenbar mit alter Rechtslage

Bemerkenswert: Das Sozialministerium hat den Vorwurf nicht selbst geprüft. Es verweist auf eine seit August 2024 geltende Ausnahme: Im Einzelfall darf vorübergehend von der unmittelbaren Anwesenheit einer Betreuungsperson abgesehen werden.

Die Prüfer hätten offenbar noch mit der alten Rechtslage gearbeitet. Die Nationale Stelle ließ TAG24-Nachfragen zunächst unbeantwortet.

Titelfoto: Norbert Neumann

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