Blumenkübel und Baumbank: Wie aus einer Raserzone eine Spielstraße wird
Dresden - Nun soll der Verkehr auf der Dresdner Schützengasse mit Blumenkübeln ausgebremst werden. Ein Bereich ist schon länger als verkehrsberuhigt ausgeschildert, doch viele Autofahrer ignorierten die Schrittgeschwindigkeit. Strategisch aufgestellte Pflanztöpfe sollen Abhilfe schaffen.
"Autos sind mit 30, 40 oder 50 Stundenkilometern durchgerast", erinnert sich Tom Umbreit (52). Er leitet das Umweltzentrum an der Schützengasse, trieb die Umgestaltung des Straßenabschnitts maßgeblich voran. Ziel: weniger Verkehr, dafür mehr Grün und Platz zum Flanieren im Straßenraum.
Dafür wurden vor rund einem Jahr die ersten Holz-Pflanzkübel aufgestellt, vor Kurzem kamen weitere Kübel und eine Baumbank dazu. Von der Amely-Bölte-Straße bis zum Restaurant "finesse" ist die Schützengasse jetzt nur noch vier Meter statt acht Meter breit, die Sichtachse durchbrochen. "Das hilft wirklich gegen die Raserei", sagt Umbreit.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) unterstützt das Projekt. "Jetzt können tatsächlich Kinder auf der Straße spielen. Es gibt ganz viele Straßen mit ähnlichem Handlungsbedarf."
Ähnlich sieht es Stadtbezirksamtsleiter André Barth (60): "Unsere Stadt heizt sich auf, es muss sich einfach etwas ändern in der Stadtentwicklung." Man könne sich vorstellen, die verkehrsberuhigte Zone auf der Schützengasse auszuweiten, doch darüber entscheidet das Straßenamt.
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Begrünung auf der Schützengasse soll auch im Winter bleiben
"Wir hoffen noch auf eine Genehmigung für ein Parklet vor dem Café Moka", sagt Tom Umbreit.
Mit "Parklet" sind Parkplätze gemeint, die zu Außenterrassen umfunktioniert werden. "Und nächstes Jahr wollen wir die Metallbögen begrünen, die wir mit Kunst geschmückt und zwischen den Hochbeeten platziert haben."
Anders als etwa die "Lebendige Seestraße" in der Altstadt soll die Begrünung auf der Schützengasse in den kalten Monaten nicht abgebaut werden - die Pflanzen (etwa Wiesenknöpfe, Mauerpfeffer, Weißdorn) sind winterhart.
Zur Finanzierung steuerte der Stadtbezirksbeirat Altstadt 7500 Euro bei, die Quarterback Immobilien AG spendete 1000 Euro, Umweltzentrum und weitere Anlieger stemmten die Umsetzung ehrenamtlich.
Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch

